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/ 19.06.2013
Gustav Radbruch

Rechtsphilosophische Tagesfragen. Vorlesungsmanuskript. Kiel, Sommersemester 1919. Hrsg. von Hidehiko Adachi, Nils Teifke

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2004 (Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie 37); 93 S.; brosch., 18,- €; ISBN 3-8329-0499-9
Dieses Manuskript des bedeutenden Rechtsphilosophen, Weimarer Politikers und sozialdemokratischen Justizministers war bisher unveröffentlicht. Radbruch thematisiert die Zeitenwende vom Kaiserreich zur Weimarer Republik aus der Sicht der praktischen Philosophie. In den insgesamt acht Vorlesungsstunden erörtert er Fragen der Positivismus- und der Machtstaatskritik, von Gemeinschaft und Gesellschaft, des Kriegs und des Völkerbunds sowie der Religionsphilosophie. Im Anschluss hieran zieht er schließlich konkrete Konsequenzen für die Reform des rechtswissenschaftlichen Studiums. Bemerkenswert und von aktuellem politikwissenschaftlichem Interesse ist, wie Radbruch nach einem eigenständigen Weg zwischen radikal individualistischen und kollektivistischen Gesellschaftskonzeptionen sucht. Auf der Grundlage eines Werterelativismus bilden Rechtssicherheit und die soziale Zweckmäßigkeit des Rechts dabei die zentralen Grundsätze seiner Rechtsphilosophie. Der Text wird durch eine ausführliche Einleitung ergänzt.
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 5.465.44 Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Gustav Radbruch: Rechtsphilosophische Tagesfragen. Baden-Baden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21330-rechtsphilosophische-tagesfragen_24895, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24895 Rezension drucken
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