/ 22.06.2013
Arno Lustiger
Rettungswiderstand. Über die Judenretter in Europa während der NS-Zeit
Göttingen: Wallstein Verlag 2011; 462 S.; geb., 29,90 €; ISBN 978-3-8353-0990-6„Rettungswiderstand leisteten in der NS-Zeit jene Frauen und Männer, die verfolgten Juden halfen, um ihnen ein Überleben zu ermöglichen“ (12), schreibt Wolfram Wette in seinem Vorwort zu der beachtlichen Dokumentation des Historikers und Holocaust-Überlebenden Arno Lustiger. Dieser zeigt, dass Deutsche im Dritten Reich nicht nur „willige Vollstrecker“ waren; seine Darstellung untermauert darüber hinaus die These, dass Juden Widerstand leisteten und sich nicht einfach dem Massenmord ergaben. Die Flucht selbst wird zum Widerstandsakt; er gelingt häufig nur mit der Hilfe anderer. Diese Hilfe und die mit ihr verbundenen Helden – wie Lustiger sie nennt – dokumentiert er vornehmlich anhand biografischer Skizzen aus besetzten, mit Deutschland verbündeten sowie neutralen Ländern. Darin liegt auch der Wert der Dokumentation: Lustigers Darstellung erlaubt einen intensiven Einblick in den Rettungswiderstand, der als europäisches Phänomen verstanden werden muss und der sich durch alle Gesellschaftsschichten zog.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.1 | 2.312 | 2.61 | 2.62 | 2.63 | 2.68 | 2.4 | 2.5
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Arno Lustiger: Rettungswiderstand. Göttingen: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34381-rettungswiderstand_41285, veröffentlicht am 08.12.2011.
Buch-Nr.: 41285
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Dr., Historiker.
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