/ 05.06.2013
Andréa Belliger / David J. Krieger (Hrsg.)
Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch
Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1998; 485 S.; brosch., 49,80 DM; ISBN 3-531-13238-5Anliegen der Herausgeber ist es, die größtenteils im angelsächsischen Sprachraum stattfindenden Debatten um Rituale und deren Theorien auch deutschsprachigen Lesern zugänglich zu machen. Längst werden nicht mehr nur religiöse oder kultische Handlungen als Rituale bezeichnet; vielmehr werden spätestens seit strukturalistisch orientierten Forschern auch Handlungen und Interaktionen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Subsystemen als Rituale und mit Hilfe entsprechender Theorien beschrieben. Bis auf einen Originalbeitrag sind in dem Band teils aktuelle, teils ältere Arbeiten aus der Soziologie, aus Politik-, Medien- und Kommunikationswissenschaften, aus der Rechtswissenschaft sowie aus Literatur-, Kultur- und Kunstwissenschaften von den Herausgebern zusammengestellt und größtenteils extra für diesen Band übersetzt worden. Die Sammlung gliedert sich in einen eher theoretischen ersten Teil und in einen zweiten, der verschiedene gesellschaftliche Bereiche und die mit ihnen verknüpften Rituale zum Inhalt hat. Eine ausführliche Einleitung gibt einen Überblick über die verschiedenen Forschungstraditionen und versucht so, die ansonsten nicht in Zusammenhang stehenden Aufsätze miteinander in Beziehung zu setzen.
Inhalt: David J. Krieger / Andréa Belliger: Einführung (7-36) 1. Allgemeine Ritualtheorien: Catherine Bell (1992): Ritualkonstruktion (37-47); Albert Bergesen (Originalbeitrag): Die rituelle Ordnung (49-76); Mary Douglas (o. J.): Ritual, Reinheit und Gefährdung (77-97); Clifford Geertz (1983): "Deep play" - Ritual als kulturelle Performance (99-118); Ronald Grimes (1995): Typen ritueller Erfahrung (119-134); Caroline Humphrey / James Laidlaw (1994): Die rituelle Einstellung (135-155); Theodore W. Jennings Jr. (1982): Rituelles Wissen (157-172); Jan Platvoet (1995): Das Ritual in pluralistischen Gesellschaften (173-190); Roy A. Rappaport (1979): Ritual und performative Sprache (191-212); Jonathan Z. Smith (1982): Ritual und Realität (213-226); Stanley J. Tambiah (1979): Eine performative Theorie des Rituals (227-250); Victor W. Turner (1989): Liminalität und Communitas. 2. Ritual in Gesellschaft und Kultur: Albert Bergesen (1984): Politische Hexenjagd als Ritual (265-284); Christian Bromberger (1995): Fussball als Weltsicht und als Ritual (285-301); Gregor T. Goethals (1990): Ritual und die Repräsentation von Macht in Kunst und Massenkultur (303-322); Erving Goffman (1971): Interaktionsrituale (323-338); Richard F. Hardin (1983): Ritual und Literaturwissenschaft (339-363); David I. Kertzer (1988): Ritual, Politik und Macht (365-390); Lesley A. Northup (1995): Frauenrituale (391-414); Richard Schechner (1990): Ritual und Theater: Rekonstruktion von Verhalten (415-434); Patrick Vandermeersch (1990): Psychotherapeutische Rituale (435-447); Peter A. Winn (1991): Rechtsrituale (449-469).
Carsten Ungewitter (CU)
Rubrizierung: 2.35 | 2.37 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Carsten Ungewitter, Rezension zu: Andréa Belliger / David J. Krieger (Hrsg.): Ritualtheorien. Opladen/Wiesbaden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7754-ritualtheorien_10291, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10291
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