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/ 12.06.2013
Robert Spaemann

Rousseau – Mensch oder Bürger. Das Dilemma der Moderne

Stuttgart: Klett-Cotta 2008; 156 S.; geb., 14,90 €; ISBN 978-3-608-94245-3
Das Buch entspricht, abgesehen von einigen Aktualisierungen im Anmerkungsapparat, der bei Piper 1980 erschienenen und mittlerweile vergriffenen Schrift „Rousseau – Bürger ohne Vaterland. Von der Polis zur Natur“. Der neue Titel umfasst die Position Spaemanns vielleicht noch treffender, betont er doch, dass die zahlreichen Widersprüche in Rousseaus Werk nicht unbedingt als Inkonsistenzen begriffen werden dürfen, sondern vom Genfer Philosophen durchaus bewusst konstruiert sind. Bereits seit dem „Diskurs über die Wissenschaft und Künste“ liegt das Rousseau'sche Ideal im Homme Naturel, der aber eine uneinholbare – bloß projizierte – Vergangenheit bleiben muss. Hier liegt die Ursache in der Unbestimmtheit Rousseaus, der einerseits den natürlichen Menschen erhalten – bzw. sogar in einem quasirevolutionären Akt bilden – möchte (Émile) und andererseits doch die Unumkehrbarkeit des Zivilisationsprozesses anerkennt und die politische Existenz des Bürgers (Contrat Social) zu verteidigen versucht.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.33 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Robert Spaemann: Rousseau – Mensch oder Bürger. Stuttgart: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14417-rousseau--mensch-oder-buerger_35364, veröffentlicht am 25.11.2008. Buch-Nr.: 35364 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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