/ 18.06.2013
Heinz Schneppen
Sansibar und die Deutschen. Ein besonderes Verhältnis 1844-1966
Münster/Hamburg/London: Lit 2003 (Europa-Übersee: Historische Studien 11); 562 S.; geb., 35,90 €; ISBN 3-8258-6172-4Der Autor schildert die Erschließung von Ostafrika durch Mission, Forschung und Handel, das Problem der Sklaverei und die kolonialen Bestrebungen von Carl Peters. Bismarck und der Sultan Bargasch wurden zu Gegenspielern in einer Auseinandersetzung, die auch die englischen Interessen berührte. Aus dem „Araberaufstand" entwickelt sich der erste Kolonialkrieg der deutschen Geschichte. Der Helgoland-Sansibar-Vertrag von 1890, als Interessenausgleich mit England gedacht, entfaltete das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung. Bis zum Versailler Vertrag, der auch die letzte Hoffnung auf eine Angliederung Sansibars an Deutsch-Ostafrika zunichte machte, mühte sich die deutsche Regierung vergeblich um die unvergessene Insel. Mit der Teilung Deutschlands erschien Sansibar dann Jahrzehnte später wieder auf der politischen Agenda, als die unabhängige Volksrepublik Sansibar 1964 als erster nichtkommunistischer Staat die DDR diplomatisch anerkannte.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 4.2 | 2.31 | 2.67 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Heinz Schneppen: Sansibar und die Deutschen. Münster/Hamburg/London: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19550-sansibar-und-die-deutschen_22742, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22742
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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