/ 19.06.2013
Constantin Goschler
Schuld und Schulden. Die Politik der Wiedergutmachung für NS-Verfolgte seit 1945
Göttingen: Wallstein Verlag 2005 (Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts 111); 543 S.; geb., 38,- €; ISBN 3-89244-868-X„Was heute selbstverständlich scheint, war am Ende des Zweiten Weltkriegs noch revolutionär, ähnlich wie dies für den mit Nürnberg verbundenen Gedanken eines internationalen Strafgerichts gegen die Spitzen des NS-Staates gilt. Beides, Strafverfolgung der Täter und Wiedergutmachung für die Opfer, war zunächst einmal höchst unwahrscheinlich – und am Beispiel der Auseinandersetzung um die Entschädigung der NS-Verfolgten zu erklären, wie nach Überwindung großer Anfangsschwierigkeiten ein darauf gerichteter politischer Prozess in Gang kam, wie dieser funktionierte und welche Ergebnisse er hervorbrachte, ist das zentrale Anliegen dieses Buches, das von der Politik der Wiedergutmachung in Deutschland handelt.“ (8) Goschler rückt in seiner fundierten historischen Studie einerseits einen Aspekt der gegenseitigen Abgrenzung der beiden deutschen Staaten ins Zentrum und liefert gleichzeitig einen Beitrag zur politischen Ökonomie der Moral. Das „Verhältnis von (politischer und moralischer) Schuld und (materiellen) Schulden“ (9) steht im Zentrum, die deutsche Nachkriegsgeschichte wird anhand der Wandlungen der Diskurse zur Wiedergutmachung geschildert. Die Überführung des Diskurses von einem moralischen in einen politischen und juristischen wird in der ganzen spannungsgeladenen Breite reflektiert.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.35 | 2.313 | 2.314 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Constantin Goschler: Schuld und Schulden. Göttingen: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21469-schuld-und-schulden_27024, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27024
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Dr., Politikwissenschaftler.
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