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/ 03.06.2013
Karl-Georg Weber

Selbstbild und Täuschung. Politisches Werben zwischen Beeinflussung und Manipulation

Pfaffenweiler: Centaurus-Verlagsgesellschaft 1996 (Soziologische Studien 18); 201 S.; 48,- DM; ISBN 3-8255-0042-X
In psychoanalytischer Tradition untersucht Weber die Ursachen und Wirkungszusammenhänge zwischen politischer Werbung und den Wahrnehmungsmustern der Konsumenten. Dabei stellt er auf die individuellen Autoritätsbilder ab, bestimmt durch Eindruckswerte, Ordnungswerte auf der Objektebene sowie Existentialversprechen und Negationskosten auf der Subjektebene. Exemplarisch werden zu diesem Problem SDI-Spots, ein Kommissionsbericht und Texte der RAF untersucht. "Diese Beispiele zeigen, daß Täuschungsperspektiven durch ein ausgeprägtes, latent dominierendes Bedürfnis nach Kongruenzen zwischen Selbst- und Autoritätsbildern nahegelegt" werden (197). Die politische Werbung hebt sich durch die existentielle Ausprägung von der kommerziellen Werbung ab und versucht die Exklusivität des richtigen Weges zu vermitteln (26). Es ist also vor allem die subjektive Persönlichkeitsstruktur, geprägt durch die frühkindliche Umwelt, welche die Identität der einzelnen Personen weniger in Eigenverantwortung als in Selbsttäuschung bestimmt. Auf der anderen Seite liegt zwischen dem Sachverhalt und seiner symbolischen Darstellung ein Freiraum, den ein politischer Akteur strategisch-instrumentell für seine Überzeugungsarbeit nutzt (3). Unter diesen Gesichtspunkten untersucht Weber völlig gegensätzliche politische Strategien. Aus dem Inhalt: I. Politisches Werben zwischen Beeinflussung und Manipulation; III. Wenn ein Philosoph politisch wirbt. Heidegger: Ein Führer im Aufbruch - vom Selbstbild zur Täuschung.
Thomas Morick (TM)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.3332.355.4 Empfohlene Zitierweise: Thomas Morick, Rezension zu: Karl-Georg Weber: Selbstbild und Täuschung. Pfaffenweiler: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1172-selbstbild-und-taeuschung_1194, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 1194 Rezension drucken
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