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/ 21.06.2013
Michael Köhler / David Hössl (Hrsg.)

Si vis pacem, para pacem? Friede durch internationale Organisation als Option für das 21. Jahrhundert

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2007 (Rechtsphilosophische Hefte XIII); 169 S.; brosch., 31,- €; ISBN 978-3-631-56593-3
Fünf Vorträge eines interdisziplinären Symposiums, das im Juni 2006 vom Seminar für Rechtsphilosophie der Universität Hamburg im Zusammenhang mit einem Seminar über Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ veranstaltet wurde, werden hier veröffentlicht – ergänzt durch Diskussionsberichte, die allerdings nur für Insider und Teilnehmende instruktiv sein dürften, und einen Aufsatz von David Hössl, der grundlegende Erwägungen zu den Internationalen Beziehungen im Spannungsfeld von sozialwissenschaftlicher und rechtsphilosophischer Perspektive vorstellt. Der Bezug auf Kant und auf den Frieden, den der Buchtitel ankündigt, wird in den Beiträgen unterschiedlich entfaltet. Eingangs kritisiert Nils-Christian Grohmann von Kants 2. Definitivartikel (Etablierung des Völkerrechts, das in einem Völkerbund und nicht in einem Weltstaat verankert ist) her dessen Weiterentwicklung durch Höffe und Kersting. Florian Sanders Analyse der Verfassungselemente der Europäischen Union rekurriert nur am Ende und thetisch auf Kants Rechtsbegriff. Die sehr instruktiven Ausführungen von Heinz-Gerhard Justenhoven zur internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und deren friedenspolitische Relevanz greifen normativ auf Höffes Konzept des minimalen Weltstaates als Weiterentwicklung von Kants Modell des Staatenbundes zurück. Die Ausführungen von Eberhard Kantzenbach zur Globalisierung sind ökonomischem Denken verpflichtet und stellen weder einen Bezug zu Kant noch zum „para pacem“ her. Im abschließenden Aufsatz analysiert David Hössl den 3. Definitivartikel Kants und interpretiert das Weltbürgerrecht als „interindividuelles Besuchsrecht“ (151), dem eine friedensfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Insgesamt handelt es sich um teilweise geistreiche Gedanken, die aber pointierter auf die Kantexegese oder die Friedensforschung hätten bezogen werden müssen, um den Titelimplikationen gerecht zu werden.
Volker Stümke (VS)
Dr., evangelischer Theologe, Priv.-Doz. für evangelische Sozialethik, Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg.
Rubrizierung: 4.13.25.44 Empfohlene Zitierweise: Volker Stümke, Rezension zu: Michael Köhler / David Hössl (Hrsg.): Si vis pacem, para pacem? Frankfurt a. M. u. a.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29385-si-vis-pacem-para-pacem_34764, veröffentlicht am 20.08.2008. Buch-Nr.: 34764 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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