/ 21.06.2013
Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hrsg.)
Söldner, Schurken, Seepiraten. Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der "neuen" Kriege. Projektleitung: Thomas Roithner
Wien/Berlin: Lit 2010 (Dialog 58); 343 S.; 2. Aufl.; brosch., 9,80 €; ISBN 978-3-643-50099-1Mit dem Begriff „Neue Kriege“ wird seit einigen Jahren die sicherheitspolitische Debatte befeuert. Ist es ein sinnvoller Begriff? Modernisiert er das bekannte Kriegsdenken gravierend? Die Ergebnisse der Sommerakademie 2009 in Schlaining zeigen einen großen Vorteil dieser Unsicherheit in der Begriffsbildung. Da es keine eindeutigen Antworten zu geben scheint, sind auch alle im Band versammelten wissenschaftlichen Perspektiven „richtig“: Das Kriegs- und Konfliktgeschehen ist eben komplex, und wer mit den klassischen Militärbegriffen von Raum, Zeit und Kräften in einen Konflikt zieht, dem werden die „Neuen Kriege“ chaotisch erscheinen. Die Komplexität, die die gesamte Bandbreite der politischen, militärischen, ökonomischen, gesellschaftlichen, juristischen, infrastrukturellen Faktoren umfasst, nicht zu vergessen den Bereich der „Information“ selbst, prägt das Kriegsbild der Gegenwart. Eine eindeutige Definition, was denn „Neue Kriege“ sein könnten, erhält man also auch am Ende des Bandes nicht, jedoch einen auf jeden Fall gewinnbringenden Einblick in die Diversität eines wissenschaftlich schwer zu fassenden und politisch vermutlich nicht zu operationalisierenden Begriffes.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.41 | 4.1 | 2.63 | 2.65 | 2.67 | 2.25 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hrsg.): Söldner, Schurken, Seepiraten. Wien/Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31795-soeldner-schurken-seepiraten_37897, veröffentlicht am 19.11.2010.
Buch-Nr.: 37897
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Dr., Historiker.
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