/ 21.06.2013
Michael Stolleis
Sozialistische Gesetzlichkeit. Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in der DDR
München: C. H. Beck 2009 (Beck'sche Reihe 1924); 173 S.; 14,95 €; ISBN 978-3-406-59207-2Stolleis ist der Doyen der Geschichtsschreibung der deutschen Staatsrechtswissenschaft. Mit seinem neuen, der Geschichte der Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft der DDR gewidmeten Buch greift er zeitlich über seine monumentale, bisher in drei Bänden vorliegende „Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland“ hinaus. Nach einführenden Bemerkungen zum Rechtssystem der DDR und zu Rahmenbedingungen der Hochschulpolitik werden die Eigenheiten der ostdeutschen Rechtswissenschaft anhand der äußeren Arbeitsbedingungen erläutert. Das Herzstück des kompakten Buches ist die Darstellung der Lage des öffentlichen Rechts an den juristischen Fakultäten in Berlin, Halle-Wittenberg, Jena und Leipzig sowie an der „Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft“ in Potsdam-Babelsberg – einer direkt dem Zentralkomitee der SED unterstellten Kaderschmiede. Auf diese Weise gewinnt der Leser einen guten Überblick über Personal und wichtige Themen der Staatsrechtslehre der DDR. Bei aller nötigen Differenzierung in der Behandlung des Themas wird doch vor allem deutlich, wie wenig die Wissenschaft vom öffentlichen Recht in einem Staat leisten konnte, der sich explizit nicht als Verfassungsstaat verstand.
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Michael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit. München: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31331-sozialistische-gesetzlichkeit_37286, veröffentlicht am 25.01.2010.
Buch-Nr.: 37286
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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