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/ 19.06.2013
Dierk Hoffmann / Michael Schwartz (Hrsg.)

Sozialstaatlichkeit in der DDR. Sozialpolitische Entwicklungen im Spannungsfeld von Diktatur und Gesellschaft 1945/49-1989

München: R. Oldenbourg Verlag 2005 (Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Sondernummer); 197 S.; brosch., 39,80 €; ISBN 3-486-57804-9
„Die Sozial- und Konsumpolitik belastete die Volkswirtschaft der DDR ganz erheblich und trug somit zum ökonomischen Raubbau des Landes bei“ (9), stellen die Herausgeber fest. In ihren Beiträgen, die als Längsschnitte einzelner Teilaspekte angelegt sind, zeichnen die Autoren diese Entwicklung mit ihren nicht beabsichtigten, von der offiziellen Politik ignorierten Folgen nach. Anfangs erscheint die Sozialpolitik als identitäts- und konsensstiftendes Element, das zur Stabilisierung des Systems beitrug und eigentlich an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt werden sollte. Seit dem Aufstand 1953 allerdings wurde das Volk so gefürchtet, dass man keinerlei Unmut etwa über gestrichene Subventionen (z. B. für Kinderbekleidung) riskieren wollte. Am Ende stand eine ökonomische Überforderung der Planwirtschaft, was zur Destabilisierung der SED-Herrschaft beitrug. Diese Erkenntnisse sind insgesamt keineswegs neu, werden von den Autoren aber vertieft, beispielsweise hinsichtlich der Frauen- oder der Konsumpolitik. Die Beiträge gehen auf eine Tagung zurück, die im Institut für Zeitgeschichte München–Berlin im Dezember 2002 stattfand.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Dierk Hoffmann / Michael Schwartz (Hrsg.): Sozialstaatlichkeit in der DDR. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21483-sozialstaatlichkeit-in-der-ddr_28322, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28322 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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