/ 20.06.2013
Klaus Behling
Spione in Uniform. Die Alliierten Militärmissionen in Deutschland
Stuttgart/Leipzig: Hohenheim Verlag 2004; 328 S.; 19,90 €; ISBN 3-89850-121-3Fünfzehn Jahre nach Ende des Kalten Krieges lesen sich manche Passagen aus Behlings Darstellung wie Anleihen aus schlechten Spionage-Filmen, wie sie auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs gerne gedreht wurden: Es gibt Autoverfolgungsjagden, Überfälle, mehr oder weniger gelungene Abhöroperationen, ständigen Kleinkrieg zwischen den Geheimdiensten, zu denen die uniformierten Angehörigen der Militärmissionen allerdings nicht gehören, auch wenn sie unter erschwerten Bedingungen genau deren Aufgaben übernahmen. Die Militärmissionen bildeten für alle Alliierten häufig genug Anlass zu politischen Komplikationen, nicht zuletzt bei Todesfällen der Militärbeobachter. Aber mehr noch waren diese militärischen Besonderheiten des Ost-West-Konfliktes immer wieder auch ein Bezugspunkt der Zusammenarbeit. Behling beschreibt ein Szenario der Auseinandersetzung, die ihren politischen Sinn keineswegs in den kleinen Siegen über den jeweiligen Gegner erschöpfte. Nach 1990 fasste ein ehemaliger Missionsoffizier aus dem Westen seine Aufgabe so zusammen: „Nur wer genug vom anderen weiß, überlegt erst einmal gründlich, bevor er irgendwelche Dummheiten macht. Dafür haben wir hier in der Zone und die Towarischi drüben im Westen über vierzig Jahre lang den Kopf hingehalten“ (297).
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.2 | 2.313 | 2.314
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Klaus Behling: Spione in Uniform. Stuttgart/Leipzig: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22801-spione-in-uniform_26034, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26034
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Dr., Historiker.
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