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/ 20.06.2013
Arnd Uhle

Staat - Kirche - Kultur

Berlin: Duncker & Humblot 2004 (Staatskirchenrechtliche Abhandlungen 43); 203 S.; 59,80 €; ISBN 3-428-11467-1
Uhle analysiert das Verhältnis von Staat und Kirche in seiner gegenwärtigen Ausgestaltung. Zunächst stellt er die katholische und die evangelische kirchenrechtliche Perspektive sowie das aktuelle Staatskirchenrecht vor, wie es in den Konkordaten, Verträgen zwischen Staat und Kirche sowie den einschlägigen Normen des Grundgesetzes zum Ausdruck kommt. Daraus ergebe sich ein Grundkonsens über das Verhältnis von Staat und Kirche, der sich auf das „Postulat der Wesensverschiedenheit“, die „grundsätzliche Trennung von Kirche und Staat“ und die „Achtung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts“ (63) gründe. Tragende Elemente des Grundkonsenses seien darüber hinaus die Religionsfreiheit sowie die „Pflicht des Staates zu religiöser Neutralität und Parität“ (63). In einem Schnelldurchlauf durch die europäische Geschichte kommt Uhle zu dem Ergebnis, dass der geschilderte Konsens „Ausdruck abendländischer Kulturidentität und damit jener kulturellen Identität ist, in der christliche Kirchen und freiheitlicher Verfassungsstaat stehen“ (128). Die sich daraus ergebenden „Anhaltspunkte“ für den Umgang mit anderen Religionen als dem Christentum, speziell dem Islam, fallen entsprechend eindeutig aus: „[Z]ur Bewältigung dieser Aufgabe [...bedarf es] weniger einer modifizierten Anpassung als vielmehr der konsequenten Anwendung des geltenden Staatskirchenrechts, weil dieses über das insoweit erforderliche Handlungsinstrumentarium verfügt.“ (156)
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.232.352.31 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Arnd Uhle: Staat - Kirche - Kultur Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21774-staat---kirche---kultur_25517, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25517 Rezension drucken
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