/ 21.06.2013
Eckart Reidegeld
Staatliche Sozialpolitik in Deutschland. Band II: Sozialpolitik in Demokratie und Diktatur 1919-1945
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; 604 S.; brosch., 49,90 €; ISBN 978-3-531-14943-1Wie im ersten Band seiner Darstellung zur Entwicklung der Sozialpolitik bis 1918 (siehe ZPol 2/96: 444; ZPol-Nr. 882) ist es Reidegelds Intention, auch für den Zeitabschnitt von der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die gesellschaftsstabilisierende und herrschaftssichernde Funktion von Sozialpolitik herauszustellen. Der Autor will den „dramatischen und barbarischen Gehalt dieser Epoche“ sichtbar werden lassen, indem er nicht nur „abstrakt von Strukturen und Prozessen“ berichtet (8), sondern die sozialen, ökonomischen, politischen und geistigen Umstände und Handlungsbedingungen der demokratischen Sozialpolitik der Weimarer Republik wie der völkischen NS-Sozialpolitik umfassend darlegt. Deutlich wird, dass zwar inhaltlich unterschiedliche, formal aber ähnliche Mechanismen zur Durchsetzung der jeweiligen Überzeugungen und Weltbilder im rechten wie linken Spektrum zum Tragen kamen. Zudem zeigt Reidegeld mit seiner Darstellung, an deren Anfang und Ende eine Nachkriegssituation steht, wie sehr die staatliche Sozialpolitik „vom ‚Geist’ und von den direkten oder indirekten Wirkungen des Krieges geprägt wird.“ (11)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.311 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Eckart Reidegeld: Staatliche Sozialpolitik in Deutschland. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26033-staatliche-sozialpolitik-in-deutschland_30280, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30280
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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