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/ 21.06.2013
Jürgen Mackert

Staatsbürgerschaft. Eine Einführung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; 152 S.; brosch., 16,90 €; ISBN 978-3-531-14626-3
Mit seiner Einführung in die Soziologie der Staatsbürgerschaft versucht Mackert analytische Klarheit in ein zentrales Konzept gesellschaftlicher und politischer Integration zu bringen, das gegenwärtig vielfältig ins Wanken zu geraten scheint. Er skizziert historische Vorläufer und Kennzeichen moderner Staatsbürgerschaft, die den Bürger als „Gleiche“, als „Teil einer Nation“ und als „Marktsubjekte“ charakterisieren. (25) Mit T. H. Marshall und T. Parsons umreißt der Autor die „klassischen Paradigmen einer Soziologie der Staatsbürgerschaft“ (27), die insbesondere durch A. Giddens eine kritische Würdigung erfahren. Problematisch ist die begriffliche Gleichsetzung von Staatsbürgerschaft und Citizenship, deren alternative Konzeptionen der Autor gerade zurückzuweisen sucht. „Citizenship Studies“ (107) werden als wenig plausibel, „soziologisch unterkomplex“ und als „schlicht Wünschenswertes propagieren“ dargestellt. (122) Für Mackert ist Bürgerschaft nur als Staatsbürgerschaft sinnvoll denkbar. Gerade angesichts tief greifender innergesellschaftlicher Umbrüche ebenso wie der Infragestellung des Nationalstaates durch Globalisierungs- und Europäisierungstendenzen dürfe das untrennbare Verhältnis von Bürger und Staat nicht aus dem Blick geraten, sonst drohe die „Balkanisierung eines einheitlichen Status von Citizenship“ und ein beliebiges „Sammelsurium von Gruppenrechten“.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.212.235.424.42 Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Jürgen Mackert: Staatsbürgerschaft. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26256-staatsbuergerschaft_30571, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30571 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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