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/ 05.06.2013
Christina Weiss

Stadt ist Bühne. Kulturpolitik heute

Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 1999; 178 S.; geb., 38,- DM; ISBN 3-434-50462-1
Die Autorin, seit 1991 Kultursenatorin in Hamburg, entwickelt in diesem zitatenreichen Buch in assoziativer Art und Weise ihre Vorstellungen davon, welche gesellschaftlichen Funktionen Kunst und Kultur heute haben und welche Aufgaben und Möglichkeiten Kulturpolitik hat. Dabei versucht sie insbesondere zu verdeutlichen, daß Kultur "das Nötigste" (7), "für jede Gesellschaft eine wichtige Ressource" (90), "das Allernötigste" (174) ist und daß Kulturerfahrung eine "besondere Bedeutung" (87) hat, weil sie "neue Denkräume und Wahrnehmungsmöglichkeiten" (105) eröffnet. Dies auch deshalb, weil das Kunstwerk - im Gegensatz etwa zu Verkehrsschildern - ein "Zeichen multipler Auslegbarkeit" (55) sei. Diese - so die Auffassung der Autorin - "offenbart sich besonders dann, wenn ein Kunstwerk sich sprachlich im Straßenraum artikuliert" (55). Nur am Rande sei erwähnt, daß "multiple Auslegbarkeit" und das Eröffnen "neuer Denk- und Wahrnehmungsmöglichkeiten" durchaus auch in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen gegeben sind (z. B. Religion, Wissenschaft) und daß eine solche funktionalistische Auffassung von Kunst und Kultur zwar möglicherweise eine zweckmäßige, legitimatorische Reaktion auf zunehmende Sparzwänge ist, aber nicht unbedingt das Spezifische dieser Phänomene beschreibt. Das Buch ist nur von untergeordneter politikwissenschaftlicher Relevanz.
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3432.325 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Christina Weiss: Stadt ist Bühne. Hamburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8055-stadt-ist-buehne_10653, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10653 Rezension drucken
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