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/ 05.06.2013
Klaus Behnke / Jürgen Wolf (Hrsg.)

Stasi auf dem Schulhof. Der Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen durch das Ministerium für Staatssicherheit. Mit einem Vorwort von Joachim Gauck

Berlin: Ullstein 1998; 348 S.; 18,90 DM; ISBN 3-548-33243-9
Der vorliegende Band belegt, dass Kinder in der DDR nicht nur danach gefragt wurden, ob sie die Sesamstraße kennen. "Brüche, Traumata und Verletzungen, die diesen Kindern und Jugendlichen in den diktatorisch geprägten Familien zugefügt wurden, gerieten zum Hebel der seelischen Verführung durch die Machthaber. So waren sie Opfer in ihrer Täterschaft und haben noch heute einen langen und mühsamen Weg zum selbstbestimmten Bürger in der Zivilgesellschaft zu gehen." (11) Inhalt: Klaus Behnke / Jürgen Wolf: Zwischen Jugendzimmer und Führungsoffizier. Kinder und Jugendliche als inoffizielle Mitarbeiter des Mininsteriums für Staatssicherheit (12-25). I. Rahmenbedingungen: Sighard Neckel: Hybris und Beschweigen. Das Thema Staatssicherheit in der Öffentlichkeit einer ostdeutschen Stadt (26-45); Gisela Diewald-Kerkmann: Denunziant ist nicht gleich Denunziant. Zum Vergleich des Denzunzianten während der nationalsozialistischen Herrschaft und dem Inoffiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (46-59); Hans-Jürgen von Wensierski: Flüstern und Schreien. DDR-Jugend zwischen Anpassung und Widerstand (60-77); Armin Huttenlocher: "Zurück oder vorwärts, du mußt dich entschließen..." Jugendliche IM in den Lageeinschätzungen und Dienstanweisungen des MfS (78-102); Sabine Gries / Dieter Voigt: Jugendliche IM als Forschungsfeld der "Wissenschaftler" des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Das Menschenbild des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) (103-123); Aglaja Przyborski: Es ist nicht mehr so wie es früher war. Adoleszenz und zeitgeschichtlicher Wandel (124-143); Birgit Siegmann: Lehrer, die Wasserträger der Macht. Die Schule in der DDR und in der Nachwendezeit (144-152); Jürgen Wolf: Besondere Vorkommnisse. Das "Zusammenwirken der Organe" an Schulen in Jena (153-176). II. Der Einsatz von Kindern und Jugendlichen als IM – Erfahrungen und Folgen: Klaus Behnke: Die Ohmacht der Kinder. Renate und Manfred – Biographische Voraussetzungen und Folgen der IM-Tätigkeit (177-198); Edda Ahrberg: Wiedergutmachung, Überzeugung, Anpassung. Motive der Zusammenarbeit mit dem MfS (199-218); Roland Brauckmann: Kirchliche Jugendarbeit im Visier der Stasi. Beispiel Hoyerswerda: Von der Jugendgruppe "Schneerose" zur "Solidarischen Kirche" (219-241); Armin Huttenlocher: Unter die Haut kriechen und ins Herz blicken. Zwei jugendliche IM-Biographien vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung der DDR-Jugendpolitik (242-273); Edda Ahrberg: Die Ablehnung (274-288); Franziska Groszer: Kindheit im Schatten des MfS (289-304); Peter Rieker: (Un-)Heimliche Jungend. Eine sozialisationstheoretische Skizze zu jugendlichen Informanten der Stasi (305-324); Klaus Behnke / Jürgen Wolf: Die Auserwählten. Waren inoffizielle Mitarbeiter des MfS Denunzianten? (325-340).
Thomas Morick (TM)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Thomas Morick, Rezension zu: Klaus Behnke / Jürgen Wolf (Hrsg.): Stasi auf dem Schulhof. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6796-stasi-auf-dem-schulhof_9137, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9137 Rezension drucken
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