/ 18.06.2013
Miriam Karama
Struktur und Wandel der Legitimationsideen deutscher Europapolitik
Bonn: Europa Union Verlag 2001 (Münchner Beiträge zur europäischen Einigung 6); 318 S.; 23,- €; ISBN 3-7713-0599-3Politikwiss. Diss. München; Gutachter: W. Weidenfeld. - Seit Abschluss des Maastrichter Vertrags hat sich die Diskussion um die Legitimation europäischer Politik in der Bundesrepublik intensiviert; die Europaskepsis hat zugenommen, Europapolitik wird mehr und mehr als ein Feld deutscher Außenpolitik gesehen und unter eher nutzenorientierten Aspekten betrachtet. Die Autorin analysiert die Struktur und den Wandel von Legitimationsideen der europäischen Integration im Zeitraum von 50 Jahren, um so die unterschiedlichen europapolitischen Rechtfertigungsgründe aufzuzeigen. Zu diesem Zweck untersucht sie die europapolitischen Äußerungen deutscher Bundeskanzler und Außenminister. Als Quellen dienen ihr vor allem Regierungserklärungen und Reden. Folgende Legitimationsideen erkennt sie als dominierend und geht auf deren Wandel ein: "Friedenssicherung in Europa", "Staatswerdung Europas", "Europäische Kulturgemeinschaft", "Demokratie" sowie "Wohlfahrt". Einige ihrer Analyseergebnisse lauten: "Mit zunehmender Komplexität des Integrationsbestands werden die Legitimationsideen zur Finalität der Integration weniger konkret. [...] Die materielleren Dimensionen von Legitimation [...] gewinnen mit fortscheitendem Integrationsprozess zunehmende Bedeutung. [...] Mit fortschreitender Integration hat sich bei den Legitimationsideen ein Wechselspiel von Vision und Affirmation eingestellt." (276)
Aus dem Inhalt: B. Legitimationsterminologie; C. Analyse der Legitimationsideen: I. Ära Adenauer: Vision europäischer Bundesstaat; II. Ära Brandt: Gesamteuropäische Friedensordnung und Europäische Union; III. Ära Schmidt: Konzentration auf das Mögliche; IV. Ära Kohl: Renaissance und Grenzen der Bundesstaatsvision; V. Kanzlerschaft Schröders: Föderation der Nationalstaaten. D. Schlussanalyse: I. Wandel der Inhalte; II. Wandel der Struktur; III. Gründe für Wandel.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.7 | 2.313 | 2.315 | 2.343
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Miriam Karama: Struktur und Wandel der Legitimationsideen deutscher Europapolitik Bonn: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17335-struktur-und-wandel-der-legitimationsideen-deutscher-europapolitik_19946, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19946
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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