/ 20.06.2013
Birger P. Priddat
Strukturierter Individualismus. Institutionen als ökonomische Theorie
Marburg: Metropolis-Verlag 2005 (Institutionelle und Evolutorische Ökonomik 27); 312 S.; 28,- €; ISBN 3-89518-487-XPriddat setzt sich kritisch mit der Institutionenökonomie insbesondere von North auseinander. Außerdem diskutiert er, allerdings deutlich kürzer, die Konzepte von Brennan/Buchanan. Er analysiert die Konstruktion und Bedeutung von Regeln in Institutionen und zeigt u. a., dass die Stabilität von Institutionen weniger in der Unveränderlichkeit fester, inhaltlich definierter Regeln begründet ist, sondern in der Prozesshaftigkeit von Regulierung. Damit kann eine Institution trotz Wandels der Regelinhalte ihre Entlastungsfunktion für die Akteure beibehalten, da sie zwar nicht für identische inhaltliche Regeln, aber für die Gewährleistung der Existenz von Regeln überhaupt steht. Der Autor strebt eine Zusammenführung von institutionenökonomischen Erkenntnissen und systemtheoretischen Konzepten (vor allem von Luhmann) auf theoretischer Ebene an. Dazwischen sind eher praktisch orientierte Kapitel über die Reorganisation des deutschen Sozialstaats eingestreut. Leider lassen sich die zentrale Fragestellung des Buches ebenso wie das Erkenntnisinteresse des Autors oder seine Ergebnisse nur mit Mühe identifizieren, obwohl der Text sprachlich durchaus verständlich ist.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Birger P. Priddat: Strukturierter Individualismus. Marburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22687-strukturierter-individualismus_25890, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25890
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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