/ 19.06.2013
Christine Weinbach
Systemtheorie und Gender. Das Geschlecht im Netz der Systeme
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 206 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-531-14178-3Diss. Bielefeld; Gutachter: R. Stichweh, K. Dammann. - Die Auffassung, Geschlecht sei eine Strukturkategorie, kann als eine der wesentlichen Erkenntnisse der Geschlechterforschung betrachtet werden. Eine systemtheoretische Betrachtung von Gesellschaft steht allerdings zumeist in einem logischen Widerspruch zu dieser Auffassung; dementsprechend sind systemtheoretische Ansätze in der Geschlechterforschung kaum vertreten. Die Autorin zeigt, dass es sinnvoll ist, die Geschlechterdifferenz in eine systemtheoretische Konzeption von Gesellschaft einzubeziehen und versucht zu klären, „worin der Geschlechterunterschied in einer Gesellschaft besteht, in der die Geschlechterdifferenz keinen Unterschied mehr macht" (10). Sie arbeitet heraus, dass Bewusstseinssysteme geschlechtlich unterschiedlich strukturiert und folglich auch mit unterschiedlichen Kommunikationserwartungen verknüpft sind. Dieses hat Konsequenzen für die Kommunikationssysteme sowie Interaktionsstrukturen, was sich wiederum auf die Besetzung sozialer Positionen und damit auf die faktische Aufrechterhaltung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung auswirkt. Die Arbeit setzt Kenntnisse der Systemtheorie Luhmanns voraus; der Pluralis Majestatis der Autorin wirkt störend.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.42 | 2.27
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Christine Weinbach: Systemtheorie und Gender. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21273-systemtheorie-und-gender_24829, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24829
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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