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/ 20.06.2013
Stefan Scheil

1940/41 - Die Eskalation des Zweiten Weltkriegs

München: Olzog 2005; 528 S.; hardc., 34,- €; ISBN 3-7892-8151-4
Wie schon in seinem Buch über die Entstehung des Zweiten Weltkriegs (siehe ZPol 4/05: 1427 f.) versucht der freischaffende Historiker und Publizist Scheil auch in diesem Band nachzuweisen, dass die Schuld nicht bei Deutschland lag, sondern andere eine Eskalation des Krieges betrieben. In diesem Fall sieht Scheil Churchill am Werk, der Europa habe in Brand stecken wollen. Seine Analyse beruht dabei im Wesentlichen auf Äußerungen beteiligter Akteure, die seine These zu stützen scheinen. Den Forschungsstand referiert er nirgends und er nimmt auch nicht zur Kenntnis, dass Nazi-Deutschland keine friedliebende Macht war, sondern eine aggressive Ideologie und Politik verfolgte, die auf Eroberung ausgerichtet war. Was dahinter stand und wie sehr Hitler auch 1940/41 auf die Expansion des Krieges angewiesen war, hat die Forschung zur Genüge bewiesen. Aber der Autor ignoriert sie, weil er genau dem Irrtum erliegt, den er der Geschichtswissenschaft vorwirft, nämlich in einem festen Geschichtsbild gefangen zu sein. Für eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist der Band verzichtbar, für Politikwissenschaftler ist er allenfalls als Studienobjekt für revisionistische Geschichtsdeutungen interessant.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.12.312 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Stefan Scheil: 1940/41 - Die Eskalation des Zweiten Weltkriegs München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25195-194041---die-eskalation-des-zweiten-weltkriegs_29175, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 29175 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA