/ 21.06.2013
Olga Kurilo / Gerd-Ulrich Herrmann (Hrsg.)
Täter, Opfer, Helden. Der Zweite Weltkrieg in der weißrussischen und deutschen Erinnerung
Berlin: Metropol 2008; 240 S.; 21,- €; ISBN 978-3-938690-94-9In der weißrussischen Zivilgesellschaft werden die Deutschen im Zweiten Weltkrieg weitgehend als Täter wahrgenommen und Rotarmisten und Partisanen als Helden glorifiziert. In der deutschen Erinnerungskultur hingegen spielen Heldenfiguren kaum eine Rolle und es dominiert die Auseinandersetzung um Täter-Opfer-Darstellungen, um die Frage nach der Kollektivschuld oder den Umgang mit Deserteuren. Nach dem Ende der DDR und dem Zerfall der Sowjetunion setzten in beiden Gesellschaften „Bemühungen um differenzierte Darstellungen des Kriegsgeschehens und die Vermeidung pauschalisierter Betrachtungsweisen“ ein. „Die Sicht auf den Krieg als menschliche Tragödie und antimilitaristische, pazifistische Einstellungen“, schreibt Kurilo, „bilden eine gemeinsame Basis für die deutsch-weißrussische Zusammenarbeit“ (28). Der Band ist das Ergebnis eines solchen gemeinsamen Projektes von Wissenschaftlern und Studierenden der Kultur- und Geschichtswissenschaften aus beiden Ländern. Die unterschiedlichen Opfer-Täter-Helden-Darstellungen sowie der Wandel in der Erinnerungskultur werden in den vier Themenblöcken „Krieg und Gedächtnispolitik“, „Erinnerungsorte“, „Kriegsopfer“ sowie „Wehrmacht und Kollaborateure“ verdeutlicht.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.23 | 2.62 | 2.35 | 2.312 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Olga Kurilo / Gerd-Ulrich Herrmann (Hrsg.): Täter, Opfer, Helden. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30750-taeter-opfer-helden_36529, veröffentlicht am 16.06.2009.
Buch-Nr.: 36529
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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