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/ 22.06.2013
Armin Grunwald

Technikfolgenabschätzung – eine Einführung

Berlin: edition sigma 2010 (Gesellschaft – Technik – Umwelt, Neue Folge 1); 456 S.; 2., überarb. und erw. Aufl.; 24,90 €; ISBN 978-3-89404-950-8
„Die Tatsache, dass Technikfolgenabschätzung vierzig Jahre nach ihrer Entstehung immer noch eine junge Forschungskonzeption ist, in der sich in eher wenigen Jahren viel ändern kann, führte dazu, dass weite Teile des Buches neu konzipiert und manche Textpassagen neu geschrieben wurden“ (11), erklärt Grunwald im Vorwort dieser 2. Auflage seiner Einführung (zur Erstauflage von 2002 siehe Buch-Nr. 20698). Er beginnt seine problemorientierte Darstellung mit der Beschreibung der Spannungsfelder zwischen Technik und Gesellschaft und der daraus resultierenden Anforderungen an die Technikfolgenabschätzung. Sie besitze als wissenschaftliche Beratung demokratischer Institutionen auch ein demokratisches Element. Die zeitgeschichtlichen Veränderungen im Verhältnis von Gesellschaft, Technik und wissenschaftlicher Beratung haben zur Herausbildung unterschiedlicher Konzeptionen, Methoden und Verfahren geführt, die sich auf verschiedene Adressaten, Aufgabenstellungen und Gegenstandsbereiche beziehen, die der Autor im Einzelnen beschreibt. „Die Vielfalt auf der Ebene der Konzepte reflektiert die Vielfalt auf der Seite der Zwecke und Randbedingungen.“ (114) Entsprechend breit ist die der Darstellung der Forschungs- und Beratungspraxis zugrunde liegende Begriffsdefinition, die eine wissenschaftliche, eine partizipative und eine kommunikative Dimension umfasst. Grunwald setzt sich außerdem mit kritischen Positionen wie dem Vorwurf der Technikverhinderung einerseits sowie dem der Akzeptanzbeschaffung andererseits auseinander und zeigt die Perspektiven ebenso wie die Grenzen der Technikfolgenabschätzung auf. In Bezug auf ihr demokratisches Potenzial dürfe nicht zu viel erwartet werden: „Sicher kann und soll Technikfolgenabschätzung das Verhältnis bestimmter Technologien zur Demokratie diskutieren. [...] Sie kann mehr Transparenz schaffen, auf mögliche Demokratiedefizite aufmerksam machen und die ‚Einbettung’ von Technik ein eine demokratische Gesellschaft fördern. Sie kann aber nicht Demokratiedefizite der Gesellschaft selbst bewältigen“ (302 f.).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.22.342.321 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Armin Grunwald: Technikfolgenabschätzung – eine Einführung Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32751-technikfolgenabschaetzung--eine-einfuehrung_39117, veröffentlicht am 13.10.2010. Buch-Nr.: 39117 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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