/ 17.06.2013
Norbert Pütter
Teilnahme und Staatsbürgertum. Von der Etablierung und Verwandlung des "politischen Bürgers" Das Beispiel Württemberg
Münster: Westfälisches Dampfboot 2001 (Theorie und Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft 17); 435 S.; 40,- €; ISBN 3-89691-117-1Es soll hier nicht Historie um der Historie willen getrieben werden. Vielmehr soll danach gefragt werden, warum die moderne politische Verfassung so geworden ist, wie sie ist. Dabei gilt das Interesse nicht nur dem Verständnis gegenwärtiger politischer Institutionen, in denen ja ihre Geschichte fortlebt, vielmehr ergeht "die Aufforderung, auf gewandelte gesellschaftlich-politische Verhältnisse mit institutioneller Phantasie zu reagieren, statt im angeblichen Sachzwang der Demokratie ihren demokratischen Kern vorzuenthalten" (334). Am Beispiel der Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und Staat in Württemberg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird geschildert, "wie seine Bürger sich in ihm einrichteten und 'eingerichtet' wurden, schließlich wie beide sich veränderten: der eine vom despotischen Obrigkeitsstaat zum parlamentarischen Verfassungsstaat, die anderen von den Untertanen zu Staatsbürgern" (11).
Aus dem Inhalt: 1. Teilnahme: Aktuelle Interessen und historischer Begriff; 2. Ausgangspositionen 1815-1819: Eine Zustandsbeschreibung: 2.1 Verfassungsgebungen: Deutungen in der Literatur; 2.2 Der württembergische Verfassungskampf; 2.3 Teilnahme im Verfassungskampf. 3. Teilnahme an der "Landespolitik": 3.1 Das Ausmaß der Beteiligung; 3.2 Die Formen von Willensbildung und Beteiligung; 3.3 Gewählte - Staat. Von den Kompetenzen der Volksvertretung; 3.4 Von den Formen der Willensbildung. 4. Staatliche und gemeindliche Herrschaft: 4.1 "Selbständigkeit der Gemeinden" - ein programmatischer Topos; 4.2 Teilnahme in der Gemeinde; 4.3 Staatliche und gemeindliche Willensbildung; 4.4 Gemeinde und Staat in Württemberg; 4.5 Staat, Gemeinde, Bürger. 5. Bürgermilitär: Teilnahme an der Exekutive? 5.1 Das württembergische Militärsystem; 5.2 Die Anfänge des Bürgermilitärs; 5.3 Das Bürger-Militär bis zur Revolution; 5.4 Bürgermilitär und Revolution; 5.5 Das Ende des Bürgermilitärs; 5.6 "Bürgermilitär" - ohne Folgen? 6. Formen der Teilnahme, Folgen des Teilnehmens: 6.1 Mobilisierung, Repression, Formierung; 6.2 Staats-Politik und soziale Frage; 6.3 Staats-Bürger; 6.4 Historische Wandlungen der Teilnahme.
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.21 | 2.311
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Norbert Pütter: Teilnahme und Staatsbürgertum. Münster: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16158-teilnahme-und-staatsbuergertum_18525, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18525
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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