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/ 17.06.2013
Daniel Bischur

Toleranz. Im Wechselspiel von Identität und Integration

Wien: Passagen Verlag 2003 (Sozialethik der Österreichischen Forschungsgemeinschaft 6); 290 S.; brosch., 34,- €; ISBN 3-85165-531-1
Soziolog. Diss. Salzburg; Gutachter: M. Strasser. - Der Anspruch der Toleranz lässt sich letztlich erst erklären, wenn man die Dialektik von Individuum und Gesellschaft versteht, so die These Bischurs. Und er hält am Ende fest: „Da sowohl meine Unabhängigkeit als auch die des Anderen sozialontologisch aus der Beziehung des Einen zum Anderen [...] abgeleitet werden konnte, begründet unsere je eigene Autonomie nicht eine Loslösung vom Anderen, sondern eine Bindung in Freiheit. Diese Freiheit ist damit abhängig von der Freiheit des Anderen und verpflichtet uns zur Toleranz." (245) Zu diesem Ergebnis gelangt Bischur über folgende Etappen: auf einen ideengeschichtlichen Überblick folgt die Darstellung der Toleranz als eines moralischen Anspruchs. Das sozialontologische Verständnis von Toleranz führt zu einer Interpretation von Husserl und Buber, ergänzt um kleinere Abschnitte zu anderen Werken wie das von Scheler zum Begriff der Person oder von Mead zur Identitätsbildung. Anschließend wird ausführlich auf Identität als Wechselspiel von innerer und äußerer Integration und Differenzierung eingegangen. Vielleicht hätte Bischur mehr Überlegungen zum Unterschied von Respekt und Toleranz vorlegen sollen, die hier oft in einem Atemzug genannt werden, um das Spezifische der Toleranz auch in dieser Richtung herauszuarbeiten.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Daniel Bischur: Toleranz. Wien: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16937-toleranz_19458, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19458 Rezension drucken
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