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/ 21.06.2013
Anke Petrat / Angela Kindervater / Susanne Rippl / Klaus Boehnke

Transnationale Zivilgesellschaft. Einsichten und Perspektiven aus Städten in Grenzregionen. Europa im Wandel

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009; 113 S.; brosch., 19,80 €; ISBN 978-3-631-58254-1
Mit diesem Band werden die Ergebnisse einer empirischen Forschung im Rahmen eines DFG-Projekts über die Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die transnationale soziale Integration vorgestellt. Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jacobs University Bremen und der TU Chemnitz. Am Beispiel von sechs Städtepaaren im deutsch-polnischen und im deutsch-tschechischen Grenzgebiet sowie von zwei Referenzfällen an der deutsch-französischen Grenze wurden die Ausprägung lokaler zivilgesellschaftlicher Strukturen sowie die Bedingungen grenzüberschreitenden Handelns untersucht. Wie nehmen die Menschen vor Ort die Folgen der EU-Erweiterung war? Welche Einstellungen haben sie gegenüber dem Nachbarland? Gibt es grenzüberschreitende Aktivitäten und wie gestalten sich diese? Wo werden Hindernisse, wo Potenziale für gemeinsames bürgerschaftliches Engagement gesehen? Diesen und weiteren Fragen ist das Projektteam mithilfe von Experten-Interviews, Datenrecherche, Stadtbegehungen und einer repräsentativen Befragung nachgegangen. Trotz einiger Unterschiede zeigten sich bemerkenswert viele Gemeinsamkeiten sowohl bei grenzübergreifenden Kooperationen und Kontakten als auch bei den förderlichen und hemmenden Bedingungen für eine solche Zusammenarbeit. Als hinderliche Faktoren erwiesen sich beispielsweise Sprachbarrieren, unterschiedliche Mentalitäten, ungleiche strukturelle Bedingungen sowie Sorgen über wachsende Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Doch mit der „Konkretisierung von Problemlagen bieten sich wiederum greifbare Ansätze für ein Zueinander-Finden. Das gemeinsame ‚Dach Europa’ kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten“ (32), lautet das Fazit zum Städtepaar Frankfurt/Oder-Słubice. Während im deutsch-polnischen Verhältnis zudem historisch bedingte Konflikte und Vorurteile besonders bedeutsam sind, spielen diese im deutsch-französischen Kontakt, so ein weiteres Ergebnis, „kaum noch eine Rolle“ (100). Gerade der Blick auf die deutsch-französische Grenzregion zeige, dass sich ein „Zusammenwachsen von Regionen und ihrer Menschen nicht innerhalb von einigen Jahren vollziehen kann“ (106).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.54.224.212.3142.612.212.325 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Anke Petrat / Angela Kindervater / Susanne Rippl / Klaus Boehnke: Transnationale Zivilgesellschaft. Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31085-transnationale-zivilgesellschaft_36959, veröffentlicht am 21.10.2009. Buch-Nr.: 36959 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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