/ 05.06.2013
Klaus Welzel
Utopieverlust - die deutsche Einheit im Spiegel ostdeutscher Autoren
Würzburg: Königshausen & Neumann 1998 (Epistemata: Reihe Literaturwissenschaft 242); 261 S.; brosch., 58,- DM; ISBN 3-8260-1428-6Germanist. Diss. Mannheim; Erstgutachter: J. Hörisch. - "Literaturwissenschaft orientiert sich von jeher an der historischen Entwicklung. Sie ist nicht frei von Geschichte, von Geschichtsschreibung - und in der Gegenwart: von Politik." (11) Dieses Credo des Autors ließe sich umkehren; auch Politik(wissenschaft) tut gut daran, zum Verständnis einer Epoche die Literatur dieser Zeit zur Kenntnis zu nehmen. Welzel geht davon aus, daß seine Autoren, auch wenn sie (in unterschiedlichem Grade) die DDR kritisch sahen, die Vereinigung mit dem Westen wenigstens nicht so gewollt haben, wie sie stattfand. Ihre Befindlichkeiten analysiert er nuanciert und farbenreich anhand ihrer Post-Wende-Veröffentlichungen, stellt sie aber zugleich in den Kontext ihres Lebens in der DDR. Für die kulturellen Begleitumstände des politischen Umbruchs ist dieses Buch aufschlußreich.
Aus dem Inhalt: "Was bleibt" von Christa Wolf; Innenleben - Wolfgang Hilbigs "Ich"; Volker Brauns Gedicht "Das Eigentum"; Stefan Heyms "Radek"; Heiner Müllers "Germania 3".
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.313 | 5.46
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Klaus Welzel: Utopieverlust - die deutsche Einheit im Spiegel ostdeutscher Autoren Würzburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7420-utopieverlust---die-deutsche-einheit-im-spiegel-ostdeutscher-autoren_9881, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9881
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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