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/ 05.06.2013
Helmut König / Michael Kohlstruck / Andreas Wöll (Hrsg.)

Vergangenheitsbewältigung am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts

Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1998 (Leviathan: Sonderheft 18/1998); 455 S.; brosch., 79,80 DM; ISBN 3-531-13156-7
Während die Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik auf eine nunmehr 50jährige Geschichte zurückblicken kann, hat die Aufarbeitung der Geschichte in den Staaten des ehemaligen Ostblocks gerade erst begonnen. Der Bewältigung des DDR-Regimes kommt in dieser Konstellation eine Sonderstellung zu: Hier bettet sich der Umgang mit der staatssozialistischen Vergangenheit nämlich in eine fest etablierte politische Kultur ein, deren Identität durch ein selbstreflexives Geschichtsverständnis wesentlich mitgeprägt ist. In den nicht-deutschen Ostblockstaaten dagegen fallen Vergangenheitsbewältigung und Konstitution demokratischer Strukturen zeitlich wie - so wäre mit Blick auf die frühe Bundesrepublik zu mutmaßen - inhaltlich zusammen. Inhalt: I. Bewältigung der NS-Vergangenheit: Andreas Wöll: "Wegweisend für das deutsche Volk" - Der 20. Juli 1944: Öffentliche Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik (17-37); Constantin Goschler: Offene Fragen der Wiedergutmachung. Entschädigungsforderungen von Verfolgten des Nationalsozialismus als politischer Diskurs (38-52); Joachim Perels: Die Zerstörung von Erinnerung als Herrschaftstechnik. Adornos Analysen zur Blockierung der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit (53-68); Heinz Bude: Die Erinnerung der Generationen (69-85); Michael Kohlstruck: Zwischen Geschichte und Mythologisierung. Zum Strukturwandel der Vergangenheitsbewältigung (86-108). II. Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit: Lore Maria Peschel-Gutzeit: Die Bedeutung des Nürnberger Juristenprozesses für die justitielle Bearbeitung der DDR-Vergangenheit (111-135); Tine Stein: Vergangenheitsbewältigung im Medium der Verfassungspolitik? Die deutsche Verfassungsdiskussion nach 1989 zwischen Vergangenheit und Zukunft (136-166); Annette Weinke: Der Umgang mit der Stasi und ihren Mitarbeitern (167-191). III. Osteuropa: Christiane Brenner: Vergangenheitspolitik und Vergangenheitsdiskurs in Tschechien 1989-1998 (195-232); Attila Schauschitz: Vergangenheitsbewältigung in Ungarn. Dossier und Analyse (233-260); Sabine Grabowski: Vergangenheitsbewältigung in Polen. Dossier und Analyse (261-290); Kazimirz Wóycicki: Opfer und Täter - Die polnische Abrechnung mit der Geschichte nach 1989 (291-308); Zdzislaw Krasnodebski: Lob, Verlegenheit und Irritation - Deutsche Vergangenheitsbewältigung und polnische Schwierigkeiten mit der Geschichte (309-323). IV. Japan und Südafrika: Irmela Hijiya-Kirschnereit: "Kriegsschuld, Nachkriegsschuld". Vergangenheitsbewältigung in Japan (327-349); Heribert Adam: Widersprüche der Befreiung: Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung in Südafrika (350-367). V. Theorie der Vergangenheitsbewältigung: Helmut König: Von der Diktatur zur Demokratie oder Was ist Vergangenheitsbewältigung (371-392); Werner Bergmann: Kommunikationslatenz und Vergangenheitsbewältigung (393-408); Helmut Fleischer: Mit der Vergangenheit umgehen. Prolegomena zu einer Analytik des Geschichtsbewußtseins (409-432); Bernhard Schlink: Die Bewältigung von Vergangenheit durch Recht (433-451).
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.232.3122.682.622.672.3132.35 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Helmut König / Michael Kohlstruck / Andreas Wöll (Hrsg.): Vergangenheitsbewältigung am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts Opladen/Wiesbaden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7759-vergangenheitsbewaeltigung-am-ende-des-zwanzigsten-jahrhunderts_10298, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10298 Rezension drucken
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