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/ 20.06.2013
Hans Kelsen

Verteidigung der Demokratie. Abhandlungen zur Demokratietheorie. Ausgewählt und hrsg. von Matthias Jestaedt und Oliver Lepsius

Tübingen: Mohr Siebeck 2006; XXIX, 402 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-16-148846-7
Zu ihren Säulenheiligen zählt die Politikwissenschaft Kelsen sicher nicht. Im Unterschied zur Rechtswissenschaft, die sich nach wie vor insbesondere an der „reinen Rechtslehre“ des einflussreichen Staatsrechtslehrers abarbeitet, gehören die demokratietheoretischen Schriften von Kelsen in unserem Fach nicht unbedingt zum Kanon. Dass seine Position aber nicht nur in der Perspektive der politischen Ideengeschichte der Weimarer Republik, sondern auch in systematischer Hinsicht eine breitere Rezeption verdienen würde, zeigt diese Sammlung. Jestaedt und Lepsius haben die wichtigsten demokratietheoretischen Schriften Kelsens aus der Zeit von 1920 bis 1955 in einem Band zusammengeführt. In der Weimarer Zeit ist er ein schwieriger Verfechter der Demokratie, der für das Überleben der pluralistischen Ordnung streitet, aber im Richtungsstreit der Staatsrechtslehre eine werterelativistische Position vertritt. Im neuen Umfeld der USA, aber auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Nationalsozialismus kommt Kelsen zu einigen Neubewertungen. Der Band bietet die Möglichkeit, den Weg vom „Wesen und Wert der Demokratie“ (1920/29) bis zu den „Foundations of Democracy“ (1955) nachzuvollziehen.
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 5.465.41 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Hans Kelsen: Verteidigung der Demokratie. Tübingen: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25904-verteidigung-der-demokratie_30113, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30113 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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