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/ 20.06.2013
Till Kössler / Helke Stadtland (Hrsg.)

Vom Funktionieren der Funktionäre. Politische Interessenvertretung und gesellschaftliche Integration in Deutschland nach 1933

Essen: Klartext 2004 (Veröffentlichungen des Instituts für soziale Bewegungen. Schriftenreihe B: Darstellungen 30); 308 S.; 39,90 €; ISBN 3-89861-266-X
Gelten Funktionäre zu Recht als „Personifikationen“ der „Unbeweglichkeit und Reformunfähigkeit großer Institutionen und Bürokratien“ (7)? Die Herausgeber veranstalteten im Mai 2002 an der Ruhr-Universität Bochum einen Workshop, um dieser Frage nachzugehen. Die Autoren analysieren in „exemplarischen Detailstudien“ (8) die Rolle und das Handeln von Funktionären im Nationalsozialismus, in der DDR, in der SPD und in der CDU, in westdeutschen Gewerkschaften sowie in der katholischen Kirche. Ziel sei die „Historisierung und Entmythologisierung“ (8) des Funktionärs, schreiben Kössler und Stadtland. Nachgewiesen würde „die Funktionärsrolle als eine höchst flexible, politische und gesellschaftliche Institution“ (36), deren Vielfalt eine pauschale politische Bewertung nicht sinnvoll erscheinen lasse. Aus dem Inhalt: Till Kössler / Helke Stadtland: „Organisationsmenschen“. Thesen zur Geschichte der Funktionäre im 20. Jahrhundert (7-36) Armin Nolzen: Funktionäre in einer faschistischen Partei. Die Kreisleiter der NSDAP, 1932/33 bis 1944/45 (37-75) Jan Erik Schulte: SS-Mentalität und Karrierismus. Das SS-Führerkorps als neue Funktionselite im nationalsozialistischen Staat (77-108) Christoph Boyer: Wirtschaftsfunktionäre. Das Personal der wirtschaftslenkenden Apparate in der formativen Phase der SBZ/DDR (1945-1961) (109-125) Helke Stadtland: „Avantgarde“, „Exekutive“, „Arbeitervertreter“? Gewerkschaftsfunktionäre im „Kaderstaat“ der DDR (127-156) Renate Hürtgen: Vertrauensleute des FDGB in den siebziger und achtziger Jahren. Funktionslos im großen Funktionärsstaat DDR? (157-177) Till Kössler: Vom Soldaten zum Manager. Kommunistische Funktionäre nach 1945 (179-201) Julia Angster: Vom Zahlabend zum neuen Stil. Spitzenfunktionäre und die „Rundumerneuerung“ der SPD in den fünfziger Jahren (203-220) Karl Lauschke: Weder Kämpfer noch Bürokrat oder Dienstleister. Zum Wandel der Gewerkschaftsfunktionäre in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (221-238) Christian Schmidtmann: „Verbandskardinäle“ und „Berufskatholiken“. Funktionäre im Katholizismus (239-263) Frank Bösch: Funktionäre in einer funktionärsfeindlichen Partei. Zur Sozialgeschichte der hauptamtlichen CDU-Mitarbeiter (265-282) Werner Bührer: „Funktionäre“ im Bundesverband der Deutschen Industrie (283-299)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3312.3122.3132.314 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Till Kössler / Helke Stadtland (Hrsg.): Vom Funktionieren der Funktionäre. Essen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22277-vom-funktionieren-der-funktionaere_25409, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25409 Rezension drucken
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