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/ 18.06.2013
Hans-Andreas Schönfeldt

Vom Schiedsmann zur Schiedskommission. Normdurchsetzung durch territoriale gesellschaftliche Gerichte in der DDR

Frankfurt a. M.: Vittorio Klostermann 2002 (IUS COMMUNE, Sonderhefte 145); XXIV, 507 S.; Ln., 89,- €; ISBN 3-465-03176-8
Die nachbarschaftlichen Verhältnisse seien bis in die Sechzigerjahre hinein ein "weißer Fleck" (XVI) für die SED gewesen, so der Autor. Mit der Einrichtung von Schiedskommissionen, mit denen alltägliche Probleme im Wohnumfeld im Sinne der Einheitspartei geregelt werden sollten, habe die SED ihren Herrschaftsanspruch weiter ausgedehnt. Gleichwohl seien diese Kommissionen als integraler Bestandteil des DDR-Justizsystems von der Bevölkerung zumeist positiv bewertet worden. Die Entwicklung dieser "gesellschaftlichen Gerichtsbarkeit" (XI) bis in die Nachwendezeit untersuchte der Autor im Rahmen eines international ausgerichteten Forschungsprojektes am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt a. M. Er stützt sich dabei vor allem auf Akten des DDR-Justizministeriums. Inhaltsübersicht: 1. Schiedsmänner und Friedensrichter in der DDR; 2. Die Bildung der ersten Schiedskommissionen in der DDR - Kodifizierungsprozess und Pilotprojekt; 3. Die Einführung und Stabilisierung der Schiedskommissionen von 1964 bis zur "Großen Strafrechtsreform" von 1968; 4. Die Auswirkungen der "Großen Strafrechtsreform von 1968 auf die Schiedskommissionen - vom gesellschaftlichen Organ der Rechtspflege zum gesellschaftlichen Gericht; 5. Von den Schiedskommissionen der DDR zu den Schiedsstellen in den neuen Bundesländern.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3142.315 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Hans-Andreas Schönfeldt: Vom Schiedsmann zur Schiedskommission. Frankfurt a. M.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17078-vom-schiedsmann-zur-schiedskommission_19639, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19639 Rezension drucken
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