/ 20.06.2013
Matthias Loeding
Von der Wennigsener zur 1. Sechziger Konferenz. Der Zentralausschuss der SPD im Kampf um seine Eigenständigkeit
Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2005 (Studien zur Zeitgeschichte 48); III, 128 S.; 67,- €; ISBN 978-3-8300-2049-3Der Autor rekonstruiert „die politisch wie menschlich verworrene Lage“ (3) im Zentralausschuss der SPD, der in Ost-Berlin ansässig war, für den Zeitraum von Oktober bis November 1945. Die SPD in der Sowjetischen Besatzungszone habe versucht, der Umklammerung der KPD zu entkommen und die Hilfe der Westalliierten, aber vor allem der Parteigenossen im Westen gesucht. Loeding schreibt, dass der Ost-SPD unter Grotewohl aber geradezu die Unterstützung aus dem Westen entzogen worden sei, weil Kurt Schumacher die „überzonalen Ambitionen“ (103) des Zentralauschusses nicht akzeptiert und die Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt habe. Die Berliner SPD habe damit nur regional agieren und nicht mehr für die Sozialdemokraten ganz Deutschlands sprechen können. Loeding beschränkt sich in seiner Analyse auf diesen Teilaspekt aus östlicher Perspektive, es fehlt die Einbettung in die Geschichte der SPD in der unmittelbaren Nachkriegszeit oder doch zumindest eine Nennung der Motive Schumachers. Dessen Ratschlag, der zwangsweisen Umarmung durch die Kommunisten mit einer Auflösung der Ost-SPD zu begegnen, wird vom Autor leider nicht angemessen gewürdigt.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Matthias Loeding: Von der Wennigsener zur 1. Sechziger Konferenz. Hamburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24947-von-der-wennigsener-zur-1-sechziger-konferenz_28840, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28840
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA