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/ 20.06.2013
Arn Strohmeyer

Von Hyperborea nach Auschwitz. Wege eines antiken Mythos

Köln: PapyRossa Verlag 2005 (Hochschulschriften 58); 157 S.; 14,- €; ISBN 3-89438-328-3
Die Hyperboreer waren ein sagenumwobenes mythisches Volk, dessen reale Existenz zweifelhaft ist. Bereits im antiken Griechenland wurde dieses Volk als Liebling der Götter beschrieben, das im damals unbekannten Nordeuropa ein paradiesisches, sorgenfreies Leben führen sollte. Seitdem hätten sich die den Hyperboreern zugeschriebenen Eigenschaften immer wieder verändert, schreibt Strohmeyer. Die Hyperboreer dienten letztlich als Projektionsfläche für unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche sowie als Gegenentwurf zu der kritisch betrachteten realen Welt. In chronologischer Reihenfolge zeichnet der Verfasser die Wandlungen des Mythos der Hyperboreer seit der Antike bis heute nach und arbeitet die Bezüge zu den jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Strukturen heraus. Er zeigt auf, dass die Hyperboreer insbesondere durch Nietzsche zu einem Volk der Übermenschen umgedeutet worden sind. Dies sei dann von den Nationalsozialisten aufgegriffen und für ihre rassistischen Ideologien verwendet worden. Auch heute noch sei der Hyperboreer-Mythos weiter lebendig, in zahlreichen populären esoterischen Weltbildern, u. a. in der Anthroposophie Rudolf Steiners, aber auch in zeitgenössischen kulturellen Produkten (Literatur, Musik und Filme etc.) seien entsprechende Elemente nachweisbar.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.352.372.252.312 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Arn Strohmeyer: Von Hyperborea nach Auschwitz. Köln: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23556-von-hyperborea-nach-auschwitz_27044, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27044 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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