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/ 20.06.2013
Thomas Flemming / Bernd Ulrich

Vor Gericht. Deutsche Prozesse in Ost und West nach 1945

Berlin: be.bra verlag 2005; 224 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-89809-063-9
Um zu zeigen, dass Gerichtsverfahren immer auch „Zustandsbeschreibungen der Gesellschaft zum Zeitpunkt des Verfahrens“ (11) sind, zeichnen Flemming und Ulrich den politisch-historischen Hintergrund bekannter Rechtsstreitigkeiten der neueren deutschen Geschichte nach. Wer eine Neubewertung der Prozesse erwartet, wird enttäuscht, denn die Autoren sind an juristischen Problemen weniger interessiert als an einer journalistischen Nacherzählung des Lebensweges der Opfer und Angeklagten. Neben offenkundigen politischen Prozessen finden sich auch Boulevard/index.php?option=com_content&view=article&id=41317, die auf ihre „gesellschaftliche Bedeutung“ befragt werden. Das Fehlen einer Systematisierung lässt weder eine geschlossene noch eine differenzierte Bewertung zu – zumal je nach Fall und politischer Überzeugung der Autoren die Verletzung fundamentaler rechtlicher Garantien, die Psychogenese der Prozessbeteiligten, die gesellschaftliche Erregung oder das Mitgefühl mit den Opfern im Mittelpunkt der Darstellung stehen.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.312.3132.3142.3152.352.323 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Thomas Flemming / Bernd Ulrich: Vor Gericht. Berlin: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24698-vor-gericht_28537, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28537 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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