/ 19.06.2013
Rosa Amelia Plumelle-Uribe
Weiße Barbarei. Vom Kolonialrassismus zur Rassenpolitik der Nazis. Aus dem Französischen übersetzt von Birgit Althaler. Vorwort von Lothar Baier. Nachwort von Louis Sala-Molins
Zürich: Rotpunktverlag 2004; 359 S.; brosch., 22,50 €; ISBN 3-85869-273-5Mit der Rassenpolitik der Nationalsozialisten trat etwas ins Licht der europäischen Öffentlichkeit, was der Autorin zufolge lange zuvor seinen Anfang genommen hatte: das System der Vernichtung von Menschen und ganzen Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer „Rassen“-Zugehörigkeit, wie es die kolonialisierten Völker vielerorts erlitten hatten. Die Autorin analysiert die NS-Vernichtungspolitik vor dem Hintergrund einer aus ihrer Sicht europäischen „Kultur der Vernichtung“. Dabei geht es ihr nicht um eine Relativierung der Holocaustverbrechen. Vielmehr will sie zeigen, dass die rassistisch motivierte Auslöschung des Lebens von Millionen von Menschen in Afrika und Amerika nie Bestandteil des westlichen Geschichtsbewusstseins geworden ist und diese mangelnde Aufarbeitung das Weiterwirken des Kolonialrassismus beispielsweise in Form der südafrikanischen Apartheidpolitik erst ermöglichte.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.25 | 2.64 | 2.31 | 2.312 | 2.67
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Rosa Amelia Plumelle-Uribe: Weiße Barbarei. Zürich: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20896-weisse-barbarei_24366, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24366
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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