Skip to main content
/ 19.06.2013
Thomas Mohrs

Weltbürgerlicher Kommunitarismus. Zeitgeistkonträre Anregungen zu einer konkreten Utopie

Würzburg: Königshausen & Neumann 2003; 280 S.; brosch., 38,- €; ISBN 3-8260-2533-4
Phil. Habilitationsschrift Passau; Gutachter: W. Lütterfelds. - Mit der Überzeugung, dass die politische Philosophie „das Wagnis der Utopie [... zur] Pflicht" (14) habe, widmet sich Mohrs in seiner programmatischen Schrift der „Wiederentdeckung des weltbürgerlichen Bewusstseins im Zeitalter der Globalisierung" (22). Anhand ausführlicher Zitate referiert und kommentiert der Autor in Teil II zentrale Theoreme kommunitaristischer Denker. Globalismuskritiken - z. B. die von Noam Chomsky - stehen im Vordergrund. Im kurzen Teil III übt Mohrs Kritik an der „Philosophie Samuel P. Huntingtons" (107), die ihm auch in Teil IV als Negativfolie für seine eigene „Utopie" (Untertitel) dient. Diese Utopie mündet in das politische Programm für eine Synthese von Kommunitarismus und liberalem Menschenbild. Die zahllosen Facetten, die Mohrs anschneidet, ergeben ein umfangreiches Mosaik der gegenwärtigen philosophischen wie politikwissenschaftlichen Forschung. Der Autor versäumt es jedoch, seinem Material systematische Strenge zu geben. So ist Mohrs schließlich zuzustimmen, wenn er meint, dass man von seiner Arbeit „eher von einem politisch-philosophischen Essay als von einer akademischen Studie im herkömmlichen Sinne sprechen kann" (16).
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 5.43 Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Thomas Mohrs: Weltbürgerlicher Kommunitarismus. Würzburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21007-weltbuergerlicher-kommunitarismus_24507, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24507 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA