/ 22.06.2013
Peter P. Mollinga / Anjali Bhat / Saravanan V. S. (Hrsg.)
When Policy Meets Reality. Political Dynamics and the Practice of Integration in Water Resources Management Reform
Berlin: Lit 2010 (ZEF Development Studies 13); 204 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-10672-8Die erfolgreiche Umsetzung politischer Maßnahmen im Bereich des Wassermanagements scheitert häufig an den Realitäten vor Ort. Nationale Regierungen, globale Agenturen und Nichtregierungsorganisationen haben daher oft Schwierigkeiten mit Reformen in diesem Politikfeld. Mollinga und Bhat führen diesen Umstand auf die unterschiedlichen Bedeutungen zurück, die einzelnen Initiativen von unterschiedlichen Akteuren zugeschrieben werden. Darüber hinaus stünden bereits bestehende Arrangements wie lokale Wasserrechte und Regeln den Reformen im Wege. Anhand von sechs Fallstudien aus unterschiedlichen politischen Bereichen beleuchten die Autoren die Probleme des Managements der Ressource Wasser. Saravanan V. S. untersucht den Transformationsprozess des Wassermanagements eines Dorfes in der indischen Himalaya-Region Himalachal Pradesh. Der strukturelle Wandel wird dort von verschiedenen politischen Initiativen bestimmt. Saravanan stellt fest, dass die Positionen und Strategien der einzelnen Akteure von den sozialen Verhältnissen im Dorf selbst und den Wechselwirkungen zwischen demokratischen Entscheidungsprozessen und staatlicher Verwaltung geprägt werden. Resul Yalcin und Mollinga erörtern die Einführung der Water Users Association (WUA) in Usbekistan. Innerhalb der WUA schließen sich unterschiedliche Wassernutzer wie Farmer, Landarbeiter, Grundstückseigentümer und Gärtner mit dem Ziel zusammen, ihre materiellen, finanziellen und technischen Ressourcen im Sinne einer effektiveren Nutzung der lokalen Bewässerungssysteme zu kombinieren und auf diesem Wege die landwirtschaftliche Produktion erfolgreich zu steigern. Die Autoren fragen, ob die Einführung der WUA dem nationalen Interesse entsprang oder ob es sich dabei um eine von oben aufgezwungene Reform handelte. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die WUA in einer politischen Grauzone anzusiedeln ist, die einerseits von nationaler Ideologie und andererseits von den internationalen Geldgebern wie der amerikanischen Behörde für internationale Entwicklung (United States Agency for International Development – USAID) determiniert wird.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.263 | 4.45 | 2.67 | 2.68 | 2.21
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Peter P. Mollinga / Anjali Bhat / Saravanan V. S. (Hrsg.): When Policy Meets Reality. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32738-when-policy-meets-reality_39101, veröffentlicht am 04.05.2011.
Buch-Nr.: 39101
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