/ 18.06.2013
Tatjana Blaha
Willi Graf und die Weiße Rose. Eine Rezeptionsgeschichte
München: K. G. Saur Verlag 2003; 208 S.; geb., 68,- €; ISBN 3-598-11654-3Geschichtswiss. Diss. Hamburg; Gutachter: B.-J. Wendt. - Der Name der studentischen Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose" ist untrennbar mit dem Geschwisterpaar Hans und Sophie Scholl verbunden. Neben anderen Mitstreitern spielte auch Willi Graf eine wichtige Rolle in der Gruppe; er beteiligte sich aktiv an der Herstellung und Verbreitung von Flugblättern gegen die Nationalsozialisten und bezahlte dafür mit dem Leben. Die Arbeit zeichnet im ersten Teil den kurzen Lebensweg des im Oktober 1943 im Alter von nur 25 Jahren hingerichteten, stark durch seine katholische Erziehung geprägten Medizinstudenten nach. Im zweiten Teil wird untersucht, wie die Arbeit der Gruppe und insbesondere das Wirken von Graf in der Literatur und Presse behandelt worden sind. Dazu analysiert die Autorin zum einen die Darstellung in verschiedenen Büchern, die sich mit der Weißen Rose befassen. Zum anderen wird die Veränderung der Berichterstattung über die Gruppe in mehreren großen Tageszeitungen zwischen 1943 und 1993 nachvollzogen. Allerdings weist insbesondere der zweite Teil methodische Schwächen auf. Statt einer wissenschaftlichen Inhaltsanalyse dominiert hier das zusammenfassende Nacherzählen der untersuchten Texte. Abschließend wird die Arbeit verschiedener Institutionen zum Gedenken an die Gruppe vorgestellt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.312 | 2.35 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Tatjana Blaha: Willi Graf und die Weiße Rose. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19615-willi-graf-und-die-weisse-rose_22821, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22821
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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