/ 12.06.2013
Otfried Höffe
Wirtschaftsbürger, Staatsbürger, Weltbürger. Politische Ethik im Zeitalter der Globalisierung
München: C. H. Beck 2004; 309 S.; brosch., 22,90 €; ISBN 3-406-52208-4Der „Demokratie im Zeitalter der Demokratisierung" (siehe ZPol 1/01: 152 f.) folgt nun Höffes Schlaglichterstudie zur politischen Ethik. Ging es zuvor um Institutionen und Organisationen, so ist es jetzt die Bürgergesellschaft, die Höffe in drei Dimensionen untersucht: 1. In wirtschaftlicher Hinsicht beleuchtet er die ethische Qualität von Arbeit und Unternehmertum und prüft das Schlagwort von der sozialen Gerechtigkeit. 2. Im staatsbürgerlichen Abschnitt plädiert der Autor für mehr Bürgerbeteiligung, formuliert eine wohl verstandene Toleranz und macht sich für den Begriff der Ehre stark. 3. Als Weltbürger schließlich beschäftigt sich Höffe mit Wertfragen sowie mit der Entwicklungspolitik und erlaubt sich auch stärker institutionelle Überlegungen zur Hegemonie. Der Ausblick zeigt den Beitrag auf, den die Geisteswissenschaften zu der Bildung des dreifach geforderten Bürgers beisteuern. Das Buch ist nicht systematisch angelegt, sondern bezieht seinen Reiz aus der geistesgeschichtlichen Analyse aktueller Problembereiche, wie des Kopftuch-Streits, des Beitritts der Türkei zur EU, des Neides auf hohe Gehälter oder der Reform des Magisterstudienganges. Bedenkenswert ist die Zusammenschau der Bereiche, die durch anthropologische Überlegungen erreicht wird. Stilistisch löst das Buch eine Tugend ein: Mache dich verständlich.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 5.44 | 5.42 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Otfried Höffe: Wirtschaftsbürger, Staatsbürger, Weltbürger. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14272-wirtschaftsbuerger-staatsbuerger-weltbuerger_25640, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25640
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
CC-BY-NC-SA