/ 20.06.2013
Werner van Gent / Paul L. Walser
Zimt in der Suppe. Überraschendes Griechenland
Zürich: Rotpunktverlag 2004; 272 S.; brosch., 19,80 €; ISBN 3-85869-283-2Wer eine Reise nach Griechenland plant, dem ist dieses Buch der beiden Schweizer Journalisten und langjährigen Griechenlandkenner zu empfehlen. Ihre Zuneigung zu dem Land ist deutlich zu spüren. Sie wollen mit einigen Vorurteilen über Griechenland aufräumen, zum Abbau von Klischees beitragen und einen Blick hinter die Kulissen wagen, jenseits von „Zorbas, Retsina und Bouzouki“ (8). Gent und Walser bieten neben Berichten aus dem Alltag eine Einführung in die Wirtschaft, Politik, Kultur und Geschichte des Landes, die sie in ihre Geschichten einbauen, wie etwa über die „Turkokratia“, die Türkenherrschaft zwischen 1453 und 1821, den griechisch-türkischen Konflikt oder das Zypernproblem. Sie informieren über Details, die für viele sicher überraschend sind, wie beispielsweise die Tatsache, dass das Land an einer chronischen Liquiditätskrise leidet, die Kernzahlen der griechischen Wirtschaft nicht rosig sind und das Pro-Kopf-Einkommen auch nach 23-jähriger EU-Mitgliedschaft noch immer niedrig ist. Kurzum: Die Autoren präsentieren einen informativen Zustandsbericht über ein Land, das sich ihrer Meinung nach derzeit im Umbruch befindet, primär ausgelöst durch die Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 2004. So sei ein Prozess der „Modernisierung und Urbanisierung“ (25) in Gang gesetzt worden. Unter politikwissenschaftlichen Aspekten ist das Buch jedoch weniger relevant.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.61 | 2.22 | 2.23 | 2.26
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Werner van Gent / Paul L. Walser: Zimt in der Suppe. Zürich: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22125-zimt-in-der-suppe_25226, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25226
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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