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/ 11.06.2013
Michael Kohlstruck

Zwischen Erinnerung und Geschichte. Der Nationalsozialismus und die jungen Deutschen

Berlin: Metropol 1997 (Dokumente, Texte, Materialien 22); 316 S.; 42,- DM; ISBN 3-926893-34-6
Politikwiss. Diss. FU Berlin. – Wie sprechen die Deutschen heute über den Nationalsozialismus und welche Bedeutung messen sie ihm bei? Welches Verhältnis haben sie zu den Ereignissen im Dritten Reich? Was bedeutet es für sie, Deutsche zu sein? Der Autor unterscheidet zwischen drei Generationen: Während zur ersten Generation die Täter gehören und diese von den kollektiven Schuldzuschreibungen nach Ende des Krieges am stärksten betroffen waren, stellt die NS-Schuld für die zweite Generation die Schuld ihrer Eltern dar und die dritte, die "Enkel-Generation" ist von der Schuldfrage nicht "individualbiographisch", sondern kollektiv als Deutsche betroffen. Auf der Grundlage offener Interviews in Ost- und Westdeutschland mit Vertretern der Jahrgänge 1951 bis 1967 unterscheidet Kohlstruck drei Grundtypen der Beschäftigung mit der Vergangenheit. "Für den ersten Typ stellt der Nationalsozialismus ein persönliches Problem dar, für den zweiten ist er ein thematisches Medium und für den dritten präsentiert er sich als Geschichte, aus der gelernt werden soll." (11) Insgesamt lassen sich große Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern ausmachen, die Interviewten aus der ehemaligen DDR zählen alle zum zweiten Typ, für die "der Nationalsozialismus ein Reflexionsmedium der eigenen Biographie oder politischer Positionen ist" (275).
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.352.312 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Michael Kohlstruck: Zwischen Erinnerung und Geschichte. Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10595-zwischen-erinnerung-und-geschichte_12524, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12524 Rezension drucken
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