/ 19.06.2013
Uwe Rada
Zwischenland. Europäische Geschichten aus dem deutsch-polnischen Grenzgebiet
Berlin: be.bra verlag 2004; 256 S.; pb., 19,90 €; ISBN 3-89809-045-0Zunächst verwundert es ein wenig, wenn ein Buch über das Grenzgebiet an Oder und Neiße mit Geschichten über Herzogenrath und Kerkrade beginnt. Doch das deutsch-niederländische Grenzgebiet mag durchaus als Vorbild für die immer noch sehr viel schwierigere Lage an der deutsch-polnischen Grenze dienen. Der TAZ-Journalist Rada beschreibt das Leben in Frankfurt an der Oder und S?ubice, Küstritz, Guben oder Stettin in nuancenreichen Reportagen. Er erzählt von den Schwierigkeiten, die Unternehmer immer noch haben, wenn sie auch nur Brötchen aus dem preiswerteren Polen in Deutschland verkaufen wollen. Er beschreibt die Hoffnung, die die Europa-Universität Viadrina in die Region gebracht hat, verschweigt aber nicht, dass viele Grenzstädte sich nicht viel zu sagen haben, obwohl sie direkte Nachbarn sind. Gleichwohl wird deutlich, dass zwar sehr langsam, aber doch stetig etwas zusammenwächst. Sei es beim Einkaufen im billigen polnischen Supermarkt, sei es an der Tankstelle, beim Studieren oder an der Arbeitsstelle: Deutsche und Polen kommen sich näher.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.2 | 2.62 | 2.26 | 2.3 | 2.34
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Uwe Rada: Zwischenland. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20835-zwischenland_24293, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24293
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M. A., Politikwissenschaftler.
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