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/ 22.06.2013
Anita Prettenthaler-Ziegerhofer / Michael Kißener / Jan Kusber (Hrsg.)

Zwischenräume. Grenznahe Beziehungen in Europa seit den 1970er Jahren

Innsbruck/Wien/Bozen: Studien Verlag 2011; 197 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-7065-4962-2
Das Phänomen der Grenze wird in vielen Wissenschaftsdisziplinen breit diskutiert. Besonders in den Kulturwissenschaften wird auf deren konstruierten Charakter hingewiesen, woran der Sammelband anschließt. Mitherausgeberin Prettenthaler-Ziegerhofer verortet sie einleitend entsprechend in der reichhaltigen Literatur der vergangenen Jahre (siehe etwa Buch-Nr. 38469). Der Band enthält ausgewählte Beiträge einer internationalen Konferenz in Graz im September 2009 und wurde um weitere Artikel ergänzt. In den Beiträgen werden drei europäische Grenzräume in den Blick genommen: 1. der deutsch-französisch-schweizerische, 2. der österreichisch-slowenisch-kroatische und 3. der deutsch-polnische Grenzraum. Die Autorinnen und Autoren nähern sich dem Thema aus historischer und juristischer Perspektive. Im ersten und zweiten Abschnitt widmen sie sich hauptsächlich Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der regionalen Entwicklungen im europäischen Mehrebenensystem. Dabei wird vielfach, u. a. von Simon Lang, Pia Nordblom und Verena von Wiczlinski, auf die Bedeutung gegenseitiger Sprachkenntnisse hingewiesen, da mit diesen das Verständnis füreinander nachhaltig verbessert werden könne. Peter Pichler zeigt am Beispiel der Europaregion Adria-Alpe-Pannonia, wie multinationale Zusammenschlüsse besonders in peripheren Regionen helfen sollen, wirtschaftliche Standortnachteile auszugleichen. Im dritten Abschnitt geht es um die Grenzbeziehungen zweier sogenannter sozialistischer Bruderländer vor 1989, der DDR und Polen. Dariusz Wojtaszyn schildert die diesbezüglich offiziellen Kontakte in den 1970er- und 1980er-Jahren als sehr konfliktträchtig. Die 1972 verfügte Öffnung der Grenze wurde 1980 wieder rückgängig gemacht. Inoffiziell bestanden gleichwohl intensive Wirtschaftskontakte, wie Jerzy Kochanowski deutlich macht. Diese reichten vom Einkaufstourismus in der Zeit der offenen Grenze bis hin zu intensiver Schmuggeltätigkeit.
Martin Munke (MUN)
M. A., Europawissenschaftler (Historiker), wiss. Hilfskraft, Institut für Europäische Studien / Institut für Europäische Geschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 4.53.13.52.612.314 Empfohlene Zitierweise: Martin Munke, Rezension zu: Anita Prettenthaler-Ziegerhofer / Michael Kißener / Jan Kusber (Hrsg.): Zwischenräume. Innsbruck/Wien/Bozen: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34544-zwischenraeume_41492, veröffentlicht am 01.11.2012. Buch-Nr.: 41492 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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