/ 20.06.2013
Eva Barlösius
Die Macht der Repräsentation. Common Sense über soziale Ungleichheiten
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005; 192 S.; brosch., 25,90 €; ISBN 3-531-14640-8Weil in modernen Gesellschaften Ungleichheiten legitimierungsbedürftig sind, enthält die wissenschaftliche Darstellung sozialer Ungleichheiten stets eine – sei es direkt, sei es indirekt wertende – Stellungnahme zum Phänomen selbst. Und einschlägige soziologische Arbeiten können dieser normativen Frage nicht ausweichen, sofern sie von Ungleichheiten und nicht lediglich von Unterschieden handeln. Von dieser Prämisse ausgehend möchte Barlösius wissenschaftliche Repräsentationen sozialer Ungleichheit – wie Sozialstrukturbilder, Klassifikationen, sozialstatistische Darstellungen, Berichtsformen – unter inhaltlichen und formalen Gesichtspunkten analysieren und damit zu einer Selbstreflexion der Ungleichheitssoziologie beitragen. Die in derartigen Darstellungen enthaltenen impliziten Regeln der Repräsentation wirken immer selektiv, heben also einige Sachverhalte hervor und blenden andere aus. Wissenschaftliche Repräsentationsformen sind deshalb von Gewicht, so die These der Autorin, weil sie in besonderem Maße Standpunkte und Sichtweisen von sozialer Ungleichheit in konsensuales Wissen überführen können und damit selber zu einer einflussreichen Ressource im Ungleichheitsgeschehen und in den jeweiligen politischen Kontroversen werden. Das Buch ist aus einem Studienbrief für die Fernuniversität Hagen hervorgegangen.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Eva Barlösius: Die Macht der Repräsentation. Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24536-die-macht-der-repraesentation_28337, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28337
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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