/ 21.06.2013
Joachim Perels (Hrsg.)
Leiden beredt werden lassen. Beiträge über das Denken Theodor W. Adornos
Hannover: Offizin 2006; 158 S.; 16,80 €; ISBN 978-3-930345-53-3Der 100. Geburtstag Theodor W. Adornos hat in der kulturellen Öffentlichkeit ein deutliches Echo gefunden; zahlreiche Artikel und etliche Publikationen haben das breite Spektrum des Werkes von Adorno, dem Philosophen, Soziologen und Künstler beleuchtet. Vielfach war die Perspektive dabei historisierend; Adorno wurde in den zeitgeschichtlichen Kontext gerückt und damit in gewisser Weise auch neutralisiert. Die Autoren der Vortragsreihe der Volkshochschule Hannover – unter ihnen der Adorno-Schüler und Soziologe Oskar Negt – suchen sich von dieser Art der Reminiszenz zu unterscheiden. Überzeugt vom Wahrheitsanspruch des Adorno’schen Denkens, seiner radikalen Auseinandersetzung mit allen Formen von Herrschaft, beziehen sie sich – was sonst eher selten geschieht – auf die politische Seite in dessen Schriften. Nach wie vor habe Adornos Kritik der vom Kapitalismus ausgehenden Zwänge Aktualität. Die einzelnen Beiträge wollen deren Bedeutung für die Gegenwart an zentralen Themen Adornos – Antisemitismus, Geschlechterverhältnis, gesellschaftlicher Gehalt der Musik – erläutern und der gegenwärtigen Diskussion zugänglich machen.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.46
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Joachim Perels (Hrsg.): Leiden beredt werden lassen. Hannover: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26729-leiden-beredt-werden-lassen_31179, veröffentlicht am 03.12.2007.
Buch-Nr.: 31179
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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