/ 21.06.2013
Franco Ruault
"Neuschöpfer des deutschen Volkes" Julius Streicher im Kampf gegen "Rassenschande"
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2006 (Beiträge zur Dissidenz 18); 656 S.; brosch., 86,- €; ISBN 978-3-631-54499-0Diss. - Ruault versucht erstmals die Textur jenes Verbrechens zu entschlüsseln, auf dem der Vorwurf von „Rassenschande“ beruht, und zugleich die Ordnung der Wunden, die Matrix des nationalsozialistischen Rassendenkens aufzuzeigen. Das Feindbild des „jüdischen Rassenschänders“ entstand am Umbruch einer Modernisierungsschwelle, an der die deutsche Gesellschaft nicht nur durch soziale, politische und religiöse Erosionsbewegungen zu zerbersten drohte, sondern an der auch gesellschaftliche Alteritäten in den Blick genommen wurden. Aus dem Gegensatz dieser Politikvorstellungen wird die wohl populärste Variante nationalsozialistischer Judenfeindschaft, nämlich die obszöne, sadistische Hetze gegen sogenannte „jüdische Schändung“ deutscher Frauen und Mädchen, wie sie maßgeblich durch Julius Streicher, den Herausgeber der antisemitischen Wochenschrift „Der Stürmer“, betrieben wurde, anhand von Fallbeispielen wie fotografisch dokumentierten öffentlichen Prangeraktionen inhaltlich analysiert und in einen historisch-politischen Kontext gestellt.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Franco Ruault: "Neuschöpfer des deutschen Volkes" Frankfurt a. M. u. a.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26068-neuschoepfer-des-deutschen-volkes_30319, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30319
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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