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Karl Loewenstein: Des Lebens Überfluß. Erinnerungen eines ausgewanderten Juristen

01.02.2024
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Autorenprofil
Dr. Stefan Matern
Tübingen, Mohr Siebeck 2023

In seiner posthum veröffentlichten Autobiographie schildert der Rechts- und Politikwissenschaftler Karl Loewenstein auf unterhaltsame Weise sein in vielerlei Hinsicht außerordentliches Leben als das eines gescheiterten Musikers, eines „Pioniers des Menschenrechts auf Demokratie“ und nicht zuletzt selbsternannten Begründers der Politikwissenschaft in Deutschland. Stefan Matern zeigt sich in seiner Rezension begeistert von dem Erkenntnis- Unterhaltungswert der nun veröffentlichten Aufzeichnungen Loewensteins und lobt zugleich die gründliche kontextualisierende Arbeit der Herausgeber. (jm)


Eine Rezension von Stefan Matern

„Die Erinnerungen eines Zeitgenossen, der die Brücke vom Prinzregenten Luitpold zu Willy Brandt schlagen kann, sollten nicht spurlos in der Versenkung verschwinden. Das ist natürlich mit Eitelkeit durchsetzt, aber auch sachlich bedingt; meine Eindrücke sollen eben nicht verloren gehen“ (XLII), schreibt der Jurist und Politologe Karl Loewenstein am 17. August 1972 an den Verlag Siebeck, bei dem er – neben vielen anderen – erfolglos versucht hatte, seine Autobiographie zu publizieren. Man kann dem Team um die Herausgeber Oliver Lepsius, Robert Chr. Van Ooyen und Frank Schale nur dankbar sein, dass sie mit der Veröffentlichung der Loewenstein’schen Lebenserinnerungen, die als historisches Zeugnis ein beeindruckendes Tableau des 20. Jahrhunderts malen, jene Eindrücke erhalten haben.

Unter dem Titel Des Lebens Überfluß. Erinnerungen eines ausgewanderten Juristen sind diese Beobachtungen eines pointiert, ironisch und hellsichtig schreibenden Zeitzeugen im Verlag Mohr Siebeck als kommentierte Autobiographie erschienen. Die von den Herausgebern angefügten Anmerkungen in Fußnoten sind überaus informativ, erschöpfend und von einer außerordentlichen Präzision geprägt. Nicht selten entsteht beim Lesen ein „Aha-Effekt“, weil die Personen und historischen Hintergründe systematisch verbunden und kontextualisiert werden. Der Titel, der an eine Novelle von Ludwig Tieck (1839) angelegt ist, spielt auf ein glückliches (Zusammen-)Leben trotz aller Widrigkeiten an – sinnbildlich für Loewensteins eigenes Leben. Wenn die Herausgeber schließlich im Vorwort schreiben, man müsse „weder Jurist noch Politikwissenschaftler sein, um diese Erinnerungen mit Gewinn zu lesen“ (VI), dann ist dem vorbehaltslos zuzustimmen. Das gilt gleichermaßen für die gelungene Einführung der Herausgeber, die Loewensteins Leben kurz nachzeichnet und seine Bedeutung für die Politikwissenschaft und die Staatsrechtslehre hervorhebt.

Loewenstein schildert einerseits bescheiden – „Ich bin mir darüber klar, daß ich kein V.I.P. (very important person), wenn auch vielleicht kein V.U.P. (very unimportant person) bin“ (2) – und andererseits sarkastisch und ohne Blatt vor dem Mund – „Ernster zu nehmen war meine Fehde mit dem Nazi-Haupt-Anwalt Dr. Hans Frank […] dem die historische Auszeichnung zuteil wurde, in Nürnberg gehängt zu werden“ (125) – sein Leben. Dabei beschreibt er en passant die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts in insgesamt 16 Kapiteln auf 383 Seiten Fließtext. Seine außergewöhnliche Karriere als Jurist, Soziologe und Politologe avant la lettre war „keinesfalls schicksalhaft vorgeschrieben“ (39), sondern, wie er an verschiedenen Stellen zurückhaltend skizziert, von „Zufälligkeiten“ (63) abhängig. Eine Einsicht, die allen angehenden Studierenden und auch jungen Wissenschaftler*innen Mut machen sollte. Statt der Juristerei stand zunächst auch eine musikalische Karriere im Raum. Loewenstein kommentiert im 14. Kapitel, das dem Einfluss der Musik auf sein Leben gewidmet ist: „Ich bin, kurz gesagt, ein frustrierter Musiker, der nicht genug Talent hatte, um aus einer Neigung einen Beruf zu machen, der aber das Glück hatte, dies rechtzeitig gesagt zu bekommen und einzusehen […]“ (327).

Die Bedeutung Loewensteins als Begründer der „wehrhaften Demokratie“ kann aufgrund seiner erkenntnisreichen Analysen zu Staatsrecht und Verfassungsrecht, seiner Hervorhebung der ordnungsstiftenden Funktion der Verfassung, seinem Bewusstsein für die Notwendigkeit einer demokratischen Kultur sowie der Verteidigung demokratischer Freiheitsrechte nicht überschätzt werden. Loewensteins Autobiographie ist jedoch kein Werkkommentar, sondern liefert spannende und anekdotenreiche Einblicke in das geistige Klima der Entstehung seiner Arbeiten. Dennoch findet natürlich auch die Verfassung als „Mittelpunkt meiner wissenschaftlichen Bemühungen“ (279) mit ihrer wesentlichen Funktion der Machtbegrenzung ihren Platz in Loewensteins Memoiren (280).

Nach den Schilderungen seiner Schulzeit mit dem „Erzfeind Mathematik“ (25) berichtet Loewenstein, wie vor dem Ersten Weltkrieg eine „Welle des apokalyptischen Nationalismus […] das deutsche Volk“ (68) überschwemmte und beschreibt unter der Überschrift „Patriotische Verblendung eines Bayerischen Infanteristen“ (71), wie auch er selbst nicht gänzlich frei von jener Verblendung blieb. Während seine Freunde und Studienkollegen ihren Dienst beim Militär taten, schaffte es Loewenstein aufgrund seiner schlechten Augen nur durch einen „frommen Betrug“ (71) zugelassen zu werden. Die Augenuntersuchung bestand er aufgrund seines guten Gedächtnisses und seine Schießresultate fälschte er, bis er im Jahr 1915 bei einem Angriff der Franzosen in der Nachtwache den Feind nicht kommen sah, viel zu spät Alarm schlug und beinahe vor dem Kriegsgericht gelandet wäre. Loewenstein resümiert: „Im Rückblick aber hatte es sein Gutes, daß ich dienstuntauglich war. Bei meinem Bedürfnis, mich auszuzeichnen, wäre ich sicherlich auf dem Felde in Frankreich gefallen“ (74). Die bayerische Räterepublik bezichtigt er nebenbei des „Karnevalscharakters“ (90), wobei auf deren Ende Loewensteins mündliche Doktorprüfung am 30. April 1919 fällt. Weil die Uni besetzt war, musste Loewenstein in der Schwabinger Wohnung des Dekans Wilhelm Kisch erscheinen, seine Arbeit dort verteidigen und erhielt noch nicht einmal ein Abschlusszeugnis, weil „alle amtlichen Stempel in der Universität unter Verschluß der Roten seien“ (142). Es sind solche Anekdoten, die dieses Buch so lesenswert machen.

Nach dem juristischen Vorbereitungsdienst führt Loewenstein eine Rechtsanwaltskanzlei in München, glänzt mit Wissen über den Islam (108) und zeigt sich im Fall der Ehescheidung des Generals Erich Ludendorff als Vertreter von dessen Ehefrau Margarethe undiplomatisch. Als Ludendorff Loewenstein den Titel und Respekt verweigert und ihn nur noch als „Herrn L.“ anspricht, dreht dieser den Spieß kurzerhand um und bringt mit der Entgegnung, Ludendorff ebenfalls nur noch als „Herrn L.“ anzusprechen, den Richter nahezu zur Verzweiflung (112 ff.). Dies ist der letzte Fall vor seiner aufgrund seiner jüdischen Herkunft erzwungenen Auswanderung und Abkehr von Deutschland, die Loewenstein keinesfalls verbittert schildert, sondern vielmehr von seiner „Verwegenheit“ berichtet, „um Erlaß der Reichsfluchtsteuer einzureichen, mit der kaum glaubhaften Begründung, meine Übersiedlung nach Amerika diene der Verbreitung der deutschen Wissenschaft […]“ (133). So anekdotenreich und sarkastisch er manche seiner Lebensabschnitte erörtert, so scharfsinnig beschreibt Loewenstein der Niedergang der bürgerlichen Kultur in Weimar, den aufkommenden Extremismus und den Weg in den Nationalsozialismus: „[…] diese äußerlich so glanzvolle Epoche trug den Keim des Verfalls und ihr schließliches Elend unsichtbar von Anfang an in sich. Weimar ging an Mangel wirklicher republikanischer und demokratischer Mächte zu Grunde“ (119).

In jener Äußerung wird Loewensteins Überzeugung deutlich, dass Demokratien vor allem dann scheitern, wenn die normative Bedeutung einer demokratischen Verfassung verkannt wird und so das fehlende Verfassungsbewusstsein als zivilisierendes Element den Feinden der Freiheit den Weg bereitet – eine „[…] Demokratie ohne Demokraten […]“ (128). Damit erweist sich die Lektüre Loewensteins ohnehin als hochaktuell und ist mit dem Verweis auf sozio-kulturelle Ressourcen, die der Demokratie unverfügbar bleiben, parallel zu Hans Kelsens Einsicht in die Notwendigkeit demokratischer Kultur und Bildung in einer Linie zum Böckenförde-Diktum vom „freiheitliche[n], säkularisierte[n] Staat“, der seine eigenen Bestandsvoraussetzungen nicht garantieren kann (Böckenförde 2006: 112 f.), zu lesen (Hacke 2018: 274).

Nach seiner Emigration lehrt Loewenstein in Yale und dann am Amherst College in Massachusetts, das ihm zur Heimat wird. Den Ruf nach Yale hatte er als endgültigen Schritt ins Akademische interpretiert: Er sei von einem „Staatsrechtler in einen Politikwissenschaftler zwangsverwandelt worden“ (156). Dabei versteht er sich als „eingewanderten amerikanischen Neubürger“ (163). Noch während des Zweiten Weltkrieges wird die Reorganisation der internationalen Ordnung angegangen und auch hier leistet Loewenstein seinen Beitrag: Im American Law Institute wirkte er an der Rechtserklärung der Essential Human Rights mit, aus der später die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hervorgeht. Wie die Herausgeber in der nützlichen Fußnote zu dieser Passage anmerken, gilt Loewenstein damit als Pionier des Menschenrechts auf Demokratie (217; Fn. 613).

Der Rückkehr nach Deutschland nach 1945 ist das gesamte zehnte Kapitel „Als Besatzungsoffizier in Deutschland“ gewidmet, als Loewenstein Berater des amerikanischen Militärregimes wird und am Aufbau der Demokratie in der frühen Bundesrepublik wesentlich mitwirkt. So ist er an der Gründung der Politikwissenschaft und an der Entnazifizierung beteiligt. Seine Mitarbeit an der Kontrollrats-Gesetzgebung, bei der Loewenstein einen Entwurf für ein neues Ehegesetz verfasst, illustriert er, wie so vieles in diesem Buch, über eine Anekdote. Bei der gemeinsamen Sitzung der Rechtsabteilungen der vier Besatzungsmächte zeigte sich die Sowjetunion skeptisch und diffamierte einen Passus des Gesetzes als „kapitalistisch“, der von den Proponenten der Schriftstelle wiederum als römisch-rechtlich verteidigt wurde. Die sowjetische Vertretung ließ sich davon aber nicht umstimmen, bis Loewenstein sie mit einer einleuchtenden Anekdote doch noch überzeugen konnte: „Bekanntlich hat es drei Rom gegeben, Rom am Tiber, Rom am Bosporus und das dritte Rom war Moskau. Die Vorschrift ist also recht eigentlich russische Tradition“ (241). Seinen Einfluss auf die Etablierung der Politikwissenschaft als eigenständigem Fach schildert Loewenstein durch die Initiierung der Konferenzen in Waldleiningen (1949) und Bad Königstein (1950). Der Hintergedanke dieser Treffen war, dass es zur Aufrechterhaltung einer Demokratie demokratische und daher informierte Bürger brauche. Loewenstein legt hier – untypisch im Vergleich zum Rest des Buches – seine Bescheidenheit beiseite: „Ich kann wohl mit Recht den Titel des Vaters der deutschen Politischen Wissenschaft […] beanspruchen“ (250). Über die gescheiterte Entnazifizierung schreibt er derweil resigniert, moniert die „obrigkeitsbezogenen Deutschen“, deren fehlende Selbstjustiz gegenüber den „Nazi-Tyrannen“ (225) und konstatiert: „[D]ie Kleinen wurden eingesperrt und die Großen ließ man laufen“[1] (229).

Die das Buch abschließenden Kapitel über „Begegnungen“, „Musik“ und „Die schöne Welt“ sind im Vergleich zum Rest der Lektüre etwas langatmiger geschrieben, halten aber dennoch einige bissige Kommentare und interessante Einblicke bereit. Zu letzteren zählt das Loblied auf Max und Marianne Weber (307), wobei Loewenstein die Begegnung mit ersterem bereits früh im Buch zu seinem „wesentlichen Bildungserlebnis“ (53) erklärt, das seinen wissenschaftlichen Motor in Gang gesetzt habe (138). Dazu zählt gleichermaßen die Bewunderung für Franklin D. Roosevelt und für Theodor Heuss, dem er aufgrund seiner „geistigen Anmut und Beweglichkeit eine ganz undeutsche Persönlichkeit“ bescheinigt (309). Carl Schmitt wird dagegen in der gesamten Autobiographie nicht erwähnt, obwohl die beiden in der Weimarer Republik Kontakt hatten, Loewenstein in seiner Habilitation Erscheinungsformen der Verfassungsänderung (Loewenstein 1931) gegen Schmitt anschrieb und er ihn als Besatzungsoffizier 1945 verhaften ließ. Diese Nicht-Erwähnung ist tatsächlich die „akademische Höchststrafe“ ().

Wer an dieser Epoche deutscher Geschichte interessiert ist, dem bereiten die zahlreichen Begegnungen Loewensteins mit berühmten Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Kunst und Politik großen Lesespaß. Die historische Tiefe und stilistische Eleganz der Formulierungen sowie Loewensteins scheinbar nicht zu brechende Courage und Positivität lassen die kulturelle und politische Stimmung der Zeit lebendig werden und sind eine mehr als gewinnbringende Leseerfahrung für Wissenschaftler*innen und Nicht-Akademiker*innen gleichermaßen. Die die Autobiographie leitende Einsicht, dass die Stabilität eines demokratischen Verfassungsstaates immer unsicher bleibt und auch das Konzept der wehrhaften Demokratie bei einer Demokratie ohne Demokraten wirkungslos bleiben muss, ist dabei angesichts der jüngsten Enthüllungen um rechte Umsturz- und Deportationsphantasien umso aktueller. Das Schlusswort soll hier nun Loewenstein selbst bekommen, der sein Leben zurückhaltend resümiert: „Im großen ganzen ist es gut gegangen, oder, vielleicht etwas bescheidener, es ist ersichtlich nicht mißlungen. […]. Nach chaotischen Anfängen hat es [sein Leben; SM] sich sein Bett gegraben, und mag innerhalb seines bescheidenen Rahmens nicht ganz ohne Nützlichkeit gewesen sein“ (375).


Anmerkungen

[1] Diesen Pessimismus hatte Loewenstein schon im Vorhinein mit dem „Jurist des Jahrhunderts“ (vgl. Dreier 1993) Hans Kelsen geteilt. Die Herausgeber führen in einer Fußnote einen Brief Kelsens vom 30. Oktober 1946 an Loewenstein an: „Ich teile Ihren Pessimismus in bezug auf die Chancen einer Denazifizierung der deutschen Hochschulen. An dem Tag, an dem die militärische Besatzung Deutschlands beendet ist, wird alles wieder so sein wie es immer und insbesondere in der Weimarer Republik war. […]. Dass Sie alle Berufungen nach Deutschland abgelehnt haben, war durchaus richtig.“ (XXXVIII). Ansonsten erwähnt Loewenstein Kelsen nur ein einziges weiteres Mal und lobt ihn, er habe druckfertig diktieren können (321).

Literatur

  • Böckenförde, Ernst-Wolfgang (2006): Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation, in: Ders., Recht, Staat, Freiheit. Studien zur Rechtsphilosophie, Staatstheorie und Verfassungsgeschichte, erw. Ausg., Frankfurt a.M.: Suhrkamp
  • Dreier, Horst (1993): Hans Kelsen (1881-1973). „Jurist des Jahrhunderts“?, in: Franzki, Harald (Hrsg.), Deutsche Juristen jüdischer Herkunft, München: C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, S. 705-732.
  • Hacke, Jens (2018): Existenzkrise der Demokratie. Zur politischen Theorie des Liberalismus in der Zwischenkriegszeit, 2. Aufl., Berlin: Suhrkamp.
  • Loewenstein, Karl (1931): Erscheinungsformen der Verfassungsänderung. Verfassungsdogmatische Untersuchungen zu Artikel 76 der Reichsverfassung, Tübingen: Mohr.
  • Tieck, Ludwig (1839): Des Lebens Überfluß, Leipzig: Urania.

 

CC-BY-NC-SA
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